Zeit-, Ziel- und Selbstmanagement Softwaretest – Teil II: Chandler (Vorabversion)
Heute präsentiere ich Euch den zweiten Teil meines GTD-Softwaretests, an dessen Stelle sich die Vorabversion des Programms Chandler rangiert hat.
Selbst beschreibt sich Chandler als so genannter PIM, einen personal information manager, was das Programm so treffend, wie allgemein umschreibt.
Direkt nach der Installtion fiel Chandler durch eine doch recht lange Ladezeit auf, die sich mir nicht so recht erklären mochte. Nach dem Anlegen eines eigenen Profils konnte ich auch schon mit dem Eintippen von Terminen und Aufgaben beginnen. Fällige Aufgaben quittierte Chandler mit einem blickenden Fenster in der Taskleiste.
So zogen einige Tage ins Land und Chandler wurde für diese mein paralleles Zeitplanungstool. Und von Tag zu Tag viel mir ein Detail auf, was mich schließlich unheimlich nervte: beim ersten Programmstart nach dem Booten lässt Chandler das Wegklicken der Erinnerungen trotz vorhandener Buttons nicht zu und erzeugt nur ein dumpfes “Dong” in meinen PC-Boxen. Dumm nur, dass für den weiteres Gebrauch dieses Fenster verschwinden muss!
Ergo: Programm per Taskmanager dicht machen und neu starten. Und auf wundersame Weise verschwanden nach erfolgter Passworteingabe die Erinnerungen beim ersten Klick.
Endlich in der Programmoberfläche angekommen, überzeugte mich Chandler mit aufgeräumten Menüs und nett gestalteten Buttons.
Auch die Darstellung der Aufgaben war nach etwas Eingewöhnung logisch, wenn auch etwas hakelig zu bedienen.
Erledigte Aufgaben kennzeichnete ich mit einem grünen “Fertig” und leglich per Kontextmenü oder über ein separates Textfeld eine neue “Notiz” an. Über eine Leiste auf der rechten Seite konnte ich Start- und Enddaten, Beschreibungstexte, Alarme und per PlugIn auch Prioritäten vergeben.
Auf der linken Seite erwartete mich hingegen eine Art Tag-/Ordnerübersicht, in der ich meine Aufgaben kategorisieren konnte. Doch Achtung: wird eine neue Aufgaben innerhalb einer Unterkategorie angelegt, so ist sie nicht automatisch in der Hauptübersicht zu sehen, sondern muss manuell ge-tag-t werden. Ein für mich völlig unverständliches Vorgehensmodell.
Eindeutig positiv fielen mir jedoch die Im- und Exportfunktionen auf, mit denen z.B. iCal-kompatible Ferien- oder Veranstaltungskalender über das Web abonniert werden können. Auch der Export der eigenen Daten in iCal-Dateien verlief soweit problemlos. Einen erneuen Import z.B. in Sunbird habe ich jedoch nicht getestet.
Zusätzlich bietet Chandler die Möglichkeit, eMails zu synchronisieren. Der Sinn dieser Funktion hat sich mir jedoch nicht gänzlich eröffnet, abgesehen vom Versenden von Einladungen oder Erinnerungen.
Was ich jedoch sträflich vermisste, waren wiederum Funktionen für meine Zielplanung und -verfolgung, da sich Chandler primär auf das erledigen von Aufgaben spezialisiert hat.
Hier noch einmal kurz alles Punkte im Überblick:
Pro’s
- hübsche Oberfläche
- erweiterbar mit PlugIns
- gute Im-/Exportfunktionen
- simple Statusverwaltung (Fertig, Morgen, Jetzt)
- Abonnierbarkeit von iCal-Kalendern
- Passwortschutz
- Diverse Ansichten (Wochen, Tage, etc.)
Kontra’s
- Bugs (könnten noch an der Vorabversion liegen)
- teilweise hakelige Bedienung
- lange Ladezeit
Fazit:
Trotz diverser Vorteile und einer netten Oberfläche, konnte mich Chandler auf meiner Suche nach dem Selbstmanagement-Allround-Tool nicht vom Hocker reißen. Für alle, die lediglich Aufgaben verwalten möchten, ist Chandler eindeutig eine Empfehlung wert, jedoch mit dem Hinweis, auf die fertige Version zu warten, um eventuellen Bugs zu entgehen.

