In Teil 3 meines kleinen GTD-Softwaretests kommt heute das von mir in der 30-Tage-Demo getestet uOrganized an die Reihe.
Heute möchte ich das Ergebnis direkt vorweg nehmen: auch uOrganized ist nichts für mich.
Warum?
Nachteil 1 ist der Preis von 29,95 Dollar, der mir angesichts von mindestens gleichwertiger Freeware nicht gerechtfertigt erscheint. Ob des enthaltenen Supports mag dies eine Option für Updatefanatiker darstellen, meine Erfahrungen mit Freeware zeigten jedoch, dass Support in der Regel nicht notwendig ist und sich auch wunderbar über einschlägige Foren regeln lässt.
Nachteil 2 stellt der für mich zu schmale Funktionsumfang der Software dar. Dazu gleich mehr.
Positiv fiel mir jedoch die Oberfläche auf, die ähnlich wie bei Chandler (ich berichtete in Teil 2) sehr übersichtlich und nett gestaltet ausfällt. Viele Icons und Symbole weisen mir schnell den Weg zum Ziel.
Im ersten Schritt empfiehlt es sich, eine neue Datenbank anzulegen. Dies ermöglicht bei Multinutzersystemen auch eine einfache Handhabung von mehreren Termindatenbanken. Diese Aktion erledigt sich schnell und unbürokratisch über die Menüleiste.
Die Standarddatenbank wurde nun aus der Übersicht geworfen und durch die eigene ersetzt.
Die GUI bietet die üblichen Menü- und Symbolleisten, die sich wie gewohnt im oberen Bereich des Bildschirms befinden.
Zur Linken macht sich eine Baumstruktur breit, die zunächst (in der Standarddatenbank) nur Standardeinträge wie “Home”, “Office” samt Unterpunkten “Free-time” oder “Appointments” enthält.
Dank weniger Buttons und des überschaubaren Kontextmenüs lassen sich unliebsame Einträge jedoch schnell löschen und durch eine eigene Struktur ersetzen. Um der Übersicht noch ein wenig auf die Sprünge zu helfen, lässt sich jeder Ordner mit einem eigenen Symbol versehen.
Auf der rechten Seite findet sich dann eine Übersicht aller Aufgaben und Termine, die in den einzelnen Ordnern anstehen oder vielleicht auch schon erledigt sind. Letztere werden einfach durchgestrichen dargestellt. Wichtige oder dringende Aufgaben stellt uOrganized in einem leuchtenden Rot dar.
Das Anlegen neuer Aufgaben erledigt sich mit wahlweise wenigen oder vielen Angaben zur Aufgabe. Vom Fälligkeitsdatum über Erinnerungen bis zu detaillierten Beschreibungen und einer Kategorisierung ist alles notwendige vorhanden. Die neue Aufgabe erscheint im Anschluss in der Aufgabenübersicht, die sich über die Symbolleiste bequem anpassen lässt. Ob nur heutige oder künftige Aufgaben – hier sollte jeder Benutzer seine passende Ansicht finden.
Über weitere Filter lassen sich erledigte Aufgaben ein- oder ausblenden und nach diversen Kriterien gruppieren – z.B. nach Ordner, Datum oder Priorität.
Da sich uOrganized vom Start an in der Trayleiste einnistet, ist auch stets für einen schnell Zugriff auf die Termine, wie auch für pünktliche Erinnerungen gesorgt.
All diese Funktionen überzeugten mich durchaus – wäre da nicht mein Wunsch nach dem Zeit-, Ziel- und Selbstmanagement. Ziele zu verfolgen viel mit mit uOrganized sehr schwer, da zwar auch periodische Aufgaben erstellt werden können, jedoch keine eindeutige Zielverwaltung zulässt.
Ergo: Ich versuchte, wie beim Chandler-Test, mit der Ordnerübersicht zu spielen und sowohl Aufgaben, als auch Ziele in “Privat” und “Beruflich” zu unterteilen. Das Ergebnis war eine monströse Ordnerstruktur, die zwar meine gewünschte Strutur einigermaßen abbildete, jedoch vollkommen unübersichtlich geworden war. Eine Vereinfachung hätte meine gewünschte Struktur leider wieder zum Einsturz gebracht. Da gefiel mir das Tagging-System von Chandler doch etwas besser.
Positiv möchte ich uOrganized noch zu Gute halten, dass es stabil lief und im Dauerbetrieb keine Probleme bereitete, was erfahrungsgemäß nicht immer so sein muss.
Um es noch einmal zu betonen: uOrganized ist für die Aufgabenplanung sehr gut geeignet, keine Frage. Doch für meine Selbstorganisation ist es leider nicht geeignet, da einfach zu wenige Funktionen enthalten sind. Nette Features, wie das Umstellen des Themes machen einen guten Eindruck, können jedoch nicht über die für mich fehlenden Funktionen hinwegtäuschen.
Vermisst habe ich über dies eine umfangreiche Exportfunktion, die mir persönlich sehr wichtig ist.
Pro’s
- übersichtliche Oberfläche
- einfache Bedienung
- viele kleine, nette Features (z.B. Themes)
- stabil im Dauereinsatz
- Multinutzerunterstützung
- Alarmunterstützung
- flexible Ordnerstruktur
Contra’s
- keine Passwortsicherheit
- 29,95 Dollar
- keine Abbildung von Zielen
- unübersichtliche Ordnerstruktur bei viele Unterorndern
- kein Tagging
- Exportfunktionen begrenzt
Fazit
Auch dieses Mal war die getestete Software wieder nichts für mich. Aber auch hier gilt: für Nutzer, die lediglich ihre Aufgaben verwalten möchten und dafür mit einer separaten Software arbeiten möchten, ist uOrganized durchaus empfehlenswert, wenngleich der Preis aus meiner Sicht nicht ganz gerechtfertigt erscheint.
So geht meine Suche also weiter…mehr dazu in Teil 4. Hoffentlich mit etwas mehr Erfolg!