zunächst möchte ich Ihnen meine Glückwünsche zur gewonnen Wahl zum 44. Präsident der USA übermitteln.
Doch habe ich auch ein Anliegen, einige Worte, die ich an Sie richten möchte.
Mit großer Sorge betrachte ich die (nicht nur) politischen Trümmer, die Ihr Vorgänger in der Welt hinterlassen hat. Denke ich an die USA, denke ich Krieg, Lügen, Machtgier, Terror und ausufernden Sicherheitswahn. Erst später denke ich an ein wunderschönes Land mit vielen netten Menschen und verschiedenen Kulturen.
Doch bin ich gerade deshalb so froh über Ihre Wahl, Herr Obama. So zeigt sie mir doch, dass die über unsere Medien vermittelte, teilweise fürchterliche Missachtung gegenüber Schwarzen und anderen Volksgruppen mehr und mehr der Vergangenheit angehört, wenngleich es sicherlich noch immer reichlich zu verbessern gibt.
Zwar bin ich weder Amerikaner, noch besonders euphorisch, was Wahlen angeht, da es sich zumindest hierzulande meist um die Wahl des geringeren Übels handelt.
Doch setze ich all meine Hoffnung auf Sie, die grausamen und sinnlosen Konflikte, die in der vorhergehenden, von Angst und Schrecken geprägten Amtszeit, entstanden sind, bei zulegen.
In Deutschland herrscht ein nicht zu verkennender Anti-Amerikanismus, an dem aus meiner Sicht zu großen Teilen auch die Regierung Schuld trägt. Hier in Europa kann man schwerlich nachvollziehen, warum man in traditioneller Wild-West-Manier versucht, die Welt mit den eigenen Werten zu “beglücken”. Eine gewisse Parallele zu den Kreuzzügen hält sich hartnäckig in meinem Kopf. Geschichte wiederholt sich eben. Aber das ist ein anderes Thema.
Bevor ich Ihnen für den weiteren Weg alles Gute wünsche, möchte ich ein bekanntes Zitat anbringen, dass ich Ihnen für die anstehende Amtszeit mit auf den Weg geben möchte:
“Aus großer Macht folgt große Verantwortung.”
Man sagt, Sie seien nun der mächtigste Mensch dieses netten, kleinen Planeten. Machen Sie was draus! Am Besten etwas Gutes!
Für Ihre Amtszeit wünsche ich Ihnen eine klare Sicht auf die Dinge, weise Entscheidungen, Standfestigkeit und den Mut, neue Wege zu gehen.
Wege fort von Überwachungswahn und Angst, hin zu mehr Freiheit und Offenheit. Es ist eine Frage des Vertrauens. Können Sie vertrauen?
Ich baue auf Sie.
Mit freundlichen Grüßen
Tobias Kalder