Dünnes Eis
Stutzig machte mich bei der Recherche nach den Suchbegriffen zum vorangegangenen Blogeintrag
- George
- W
- Bush
- zugeben
- Irak
- “keine Atomwaffen”
ein kleiner, unscheinbarer Hinweistext von Google:
“ZENSUR!” schrie es in mir auf. Bei näherer Betrachtung steckte in den Suchergebnissen ein Link zur Webseite der NPD, der 2005 bei Google angemahnt wurde und über dem heute der Titel
German complains of unlawful Nazi content in search results
prangt.
Gut, es scheint dabei offenbar ein Link auf rechtswidrige Inhalte gesetzt und letztlich abgeklemmt worden zu sein. In Puncto NPD mag sich da auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht drüber aufregen. Die Frage, die sich mir dabei aber stellt ist, was geschieht mit Inhalten, die einer Regierung (Beispiel China) “mal eben” nicht in den Kram passen (denkbar auch in Deutschland)? Schwups…verschwunden, weil rechtswidrig. Und vielleicht fehlt der Hinweistext auch direkt, so dass Google uns die ungetrübte Wahrheit vorgaukelt.
Wir alles wissen: Wissen ist Macht. Und wer das Wissen kontrolliert, kontrolliert auch die Macht.
Auch, wenn es hierbei um mindestens zweifelhafte Inhalte ging, so ist es in meinen Augen dennoch Zensur und Beschränkung dessen, was eine Suchmaschine eigentlich tun sollte: Suchen und vor allem finden. Meines Wissens nach gehört es nicht zu ihren Aufgaben, die Realität zu verfälschen.
Im Übrigen hat Totschweigen noch niemandem geholfen.
Was denkt Ihr? Zensur oder notwendiges Übel?
Google trägt Verantwortung nicht im Sinne derer zu arbeiten die sich gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung stellen. Eine Zensur ist leider notwendig, will man sich nicht zu derem Helfer machen.
Der demokratische Meinungsbildungsprozess ist durch die Verfassung der BRD gesichert. Jedem Bürger steht es frei seine Meinungsfreiheit in Karlsruhe einzufordern. Aktuelle Machthaber in Berlin stehen UNTER den Grundrechten. China ist KEINE Demokratie, dort wäre auch dieser Blog wahrscheinlich nicht mehr online.
Da gebe ich Dir insoweit Recht, dass die demokratische Grundordnung gewahrt bleiben muss, keine Frage. Nur müssen wir alle auch dafür sorgen, dass dies eine wirkliche Demokratie bleibt. Leider wird immer wieder an allen Ecken und Enden an den Freiheitsrechten gedreht, glücklicherweise jedoch nicht unbemerkt.
Was ich damit sagen wollte ist, dass Google sich nicht zum Slaven von machtbesessenen Personen machen lässt. Weder von Regierungen, noch von eigenem Personal.
Google ist kein eigenständiges Wesen, es wird von den Eigentümern zum Geld- machen genutzt, es trägt nur wenig politische Verantwortung. Das eigentliche Problem ist die Marktmacht von Google. Es wäre sinvoller wenn der Suchmaschinenmarkt besser verteilt wäre. So wäre die Macht gestreut und damit weniger Anfällig für Missbrauch und Kontrolle. Das gleiche gilt für Microsoft.
Wie wahr. Alternativen gibt es genug, aber ganz ehrlich: ich habe noch keine Suchmaschine gefunden, die:
a) so viel findet und
b) vergleichsweise aufgeräumt aussieht
wie Google. Ich bin auch kein Freund von diesem Monopol, bzw. generell von Monopolen. Da kann man als User nur sein kleines bisschen Macht einsetzen und eine andere Suchmaschine nutzen (die nach Möglichkeit NICHT auf Google-API’s zugreift).
Im Moment bleibt vor allem zu hoffen, dass sich die Googleaner ihrer Verantwortung bewusst sind und verantwortungsvoll handeln. Aber wir alle kennen ja die Menschheit…