Während unsere Regierung weiterhin auf ihren irren Vorstellungen zur Zensur herumreitet und vollkommen beratungsresistent die Ministerposten verunglimpfen, habe ich Phase 3 der ISP-Blacklist endlich hinter mich gebracht. Heißt: die Antworten der ISP’s sind alle eingetroffen, sortiert und bewertet.
Die Früchte dieser Arbeit findet Ihr in folgender CSV-Datei (sie löst ab sofort die alten ODS- und XLS-Dateien ab):
Es liegt noch keine Wertung vor (was ausschließlich daran liegt, dass dieser Provider noch nicht geantwortet hat).
1 Stern
Dieser Anbieter zensiert bereits aktiv oder ist in Arbeitsgruppen zu diesem Thema involviert.
2 Sterne
Dieser Anbieter steht Zensur zwecks Kriminalitätsbekämpfung grundsätzlich positiv gegenüber und würde bei gesetzlicher Grundlage sehr zeitnah eine Einführung anstreben.
3 Sterne
Dieser Anbieter hat sich neutral geäußert, bzw. beruft sich lediglich auf die Gesetzgebung.
4 Sterne
Dieser Anbieter lehnt Zensur zwar ab, ist jedoch an die Vorgaben von Mutterfirmen etc. gebunden. Im Falle von gesetzlichen Regelungen wird sich jedoch auch dieser Anbieter beugen müssen.
5 Sterne
Dieser Anbieter lehnt die Zensur ab und ist daher zu empfehlen. Im Falle von gesetzlichen Regelungen wird sich jedoch auch dieser Anbieter beugen müssen.
Die PDF-Datei samt aller Antwortschreiben auf meine Anfragen folgt in den nächsten Tagen, ich bitte noch um etwas Geduld.
Ein schönes Zitat möchte ich hier heute mal zum Besten geben, das unterhaltsam (speziell PASV) den Unterschied zwischen Aktiv- und Passivmodus bei FTP verdeutlicht (danke an Sebi!):
PORT (Active) Mode:
CuteFTP takes a very aggressive, active role in establishing the data channel connection. Over the command channel via port 21 it squares its shoulders, looks the remote server in the eye, and tells the server, “Connect back to me on my IP address and my port!” The remote server obeys and makes an outbound connection to CuteFTP at the IP address and port specified by CuteFTP. Once that data channel is established, the data transfer takes place.
PASV (Passive) Mode:
CuteFTP takes a very passive role in establishing the data channel connection. It meekly sends four letters: PASV. It’s basically lowering its eyes and saying, “Server, you tell me what you want me to do, and I’ll obey.” So the remote server replies, “OK, cool. You connect to me at my address and my port.” CuteFTP then dutifully obeys and creates a new outbound connection to the server at the IP address and random port specified by the remote server. Once that data channel is established, the data transfer takes place. PASV mode is necessary for some firewalls and routers, because with PASV CuteFTP opens the connection to an IP Address and port that the server supplies.
Ein historischer Moment (dass ich das noch erleben darf ):
Die 100.000-Mitzeichner-Marke der ePetition wurde so eben durchbrochen!!!
Bitte nicht wundern, dass das auf der Startseite nicht direkt zu sehen ist. Die Information auf der Startseite wird wohl nur zeitversetzt aktualisiert. Aktuell hingegen ist die Mitzeichnerliste:
In 72 Stunden läuft die Mitzeichnungsfrist der ePetition gegen die Internetzensur aus.
Netzpolitik (und dem schließe ich mich an) bittet darum, jeder Mitzeichner möge bis kommenden Mittwoch wenigstens einen Bekannten, Freund, Familienangehörigen oder Kollegen überzeugen, die Petition zu unterzeichnen, damit wir die magische Grenze von satten 100.000 Mitzeichnern durchbrechen können.
Nun haben schon einige Blogs (aptgetupdate, fefe, etc.) darüber berichtet, dennoch auch mein Senf zu jugendschutzprogramm.de, einem Filtersystem für das Internet, das offenbar durch die deutsche Pornoindustrie gefördert wird. *LOL*
Wie kommt die Pornoindustrie auf die Idee, einen solchen Filter einzurichten? Dabei ist übrigens Perlen wie die Coupé, der Orion-Versand, Beate Uhse, Praline, Fundorado, Berlin intim und…Trommelwirbel…Freenet.
IT-fsinn.de ist glücklicherweise noch nicht gesperrt. Fast schade…ich wäre ja schon so ein bisschen stolz darauf gewesen…
Die Idee, die Webseiten des Familien- und Innenministeriums sowie des Bundestages prüfen zu lassen, hatten wohl schon andere…ich bin gespannt auf das Ergebnis.
Ein hämisches Grinsen überkam aber mein Gesicht, als ich das hier sah:
Samstag findet in allen größeren Städten der Republik um 14 Uhr ein Flashmob statt. Ich bitte Euch alle: nehmt teil und klärt Passanten über die unsägliche Internetzensur auf!
Wie fefe so schön sagt: das will ich abends in der Tagesschau sehen!
Gerade im “Superwahljahr” (ich hasse diesen Begriff!) ist es für uns Bürger von entscheidender Wichtigkeit, sich über seine Wahl im Klaren zu werden, selbst wenn es zumeist die Wahl zwischen Pest und Cholera bedeutet.
Einen guten Anhaltspunkt für die Europawahl zum Beispiel bietet Euch der Wahl-o-mat. Anhand von 38 Aussagen, die Ihr mit “Stimme zu”, “Neutral” oder “Stimme nicht zu” beantworten könnt, werden die Aussagen der einzelnen Parteien abgeglichen und Euch als Wahl vorgeschlagen. Anschließend könnt Ihr Eure Aussagen mit denen der Parteien vergleichen und so die für Euch beste Wahl treffen.
Übrigens: die Piratenpartei hat’s geschafft, sich für die Europawahl aufstellen zu lassen! Glückwunsch!!! Ihr Programm ist auf jeden Fall mal den einen oder anderen Blick wert.
Eine gute Möglichkeit, Parteien anhand ihrer Positionierung zu Überwachungsgesetzen zu beurteilen, hat Daten-Speicherung.de ins Netz gestellt. In einer umfangreichen Liste (geht bis ins Jahr 1956 zurück) samt anschließender statistischer Auswertung wird hier das Stimmverhalten der 5 größten deutschen Parteien aufgeschlüsselt.
Erstaunlich dabei ist, dass sich die SPD in ihrem Stimmverhalten mit satten 88% als eindeutigster Überwachungsbefürworter herauskristallisiert hat und mit 75% am häufigsten für verfassungswidrige Gesetze gestimmt hat. Ich hätte da ja eher die CDU (immerhin noch 73%) vermutet – so kann man sich täuschen.
“Sieger” aus Sicht des Datenschutzes ist – wenig überraschend – die Linke mit 4%.
Also ich weiß schon, wen ich definitv NICHT wählen werde…
Ein weiterer Schritt Richtung fertiger ISP-Blacklist ist getan. Phase 2 ist seit Freitag abgelaufen und pünktlich zum Fristende erreichte mich noch ein Telefonanruf von Tele Columbus, der mir das bestätigte, was ich von vielen Providern vorher bereits gelesen hatte:
Das Unternehmen filtert nicht von sich aus, wird sich aber einem eventuellen Gesetz beugen – was sollten sie auch anderes tun?
Sprich: von sich aus würden viele ISP’s nicht filtern, aus welchen Gründen auch immer (Kosten spielen dabei sicher eine erhebliche Rolle) und warten auf einen rechtlich klaren Rahmen, in dem sie sich bewegen können.
Hier also die Abschlussstatistik (sieht mit 3 “s” echt grausig aus, dieses Wort!) für alle Zahlenfreunde unter Euch:
DSL-Anbieter
Anfragen: 88
Antworten: 52 (59,1% Rücklauf)
Pro Zensur: 13
Neural: 27
Kontra Zensur: 12
Internet-by-Call-Anbieter
Anfragen: 61
Antworten: 18 (29,5 % Rücklauf)
Pro Zensur: 0
Neural: 7
Kontra Zensur: 11
SkyDSL-Anbieter
Anfragen: 4
Antworten: 2 (50% Rücklauf)
Pro Zensur: 1
Neural: 1
Kontra Zensur: 0
Trotz einiger Antworten auf meine erneuten Anfragen von Anfang Mai sind die Rücklaufquoten sehr dürftig und nur bedingt aussagekräftig. Schade Schokolade.
Bis Ende Mai stelle ich Euch dennoch die Anbieterliste aufbereitet online, danach folgt dann die eigentliche Blacklist mit Kontaktdaten und dem genauen Feedback der Provider zum Nachlesen.