[Demokratische Unternehmen] Teil 1 – Der Grundgedanke

Heute gibt’s mal ein bisschen was anderes auf die Augen. Ausnahmsweise kein Politikgeseiere. Nein, stattdessen habe ich mich dazu entschlossen, Euch mal meine geisten Ergüsse zum Theme “Demokratische Unternehmen” an den Kopf zu werfen. Die Gedanken sind schon einige Monate alt, dennoch – oder vielleicht genau deswegen – möchte ich sie hier in mehreren Teilen niederschreiben.

Viel Spaß.

Alternative Unternehmensführung – oder: Lässt sich eine Firma demokratisieren?

Der Grundgedanke ist simpel. Die Motivation dahinter mag nicht für jedermann ersichtlich sein und die Antwort, so es denn die eine Antwort gibt (nicht „42“), wird harte Arbeit. Nennen wir es daher „Die Suche nach einer Antwort“.

Der Grundgedanke

Die Frage, die sich stellt, beantwortet Google mit 43 Treffern in nur 0,11 Sekunden. „Demokratische Unternehmensführung“ lautet das Stichwort.

So genannte „moderne Unternehmensstrukturen“ weisen gerade in Großunternehmen oft strenge Hierarchien auf, die das Unternehmen zwar auf dem Papier übersichtlich gestalten, in der Praxis aber eher hinderlich sind. Fragen von der Basis werden nicht selten in höheren Etagen entschieden, wo jedoch das Fachwissen fehlt. Dennoch legt man jenen Managern die Entscheidungskompetenz in den Schoß, was im besten Fall für ein „der Laden läuft“ sorgt, tendenziell aber eher in Richtung blinden Gehorsams, trotz oder gerade wegen fragwürdiger Handlungsanweisungen.

Die Diskrepanz ist offensichtlich: An der Basis fehlt die Entscheidungs-, in den Führungsebenen die Fachkompetenz. Wie also können derartige Showstopper vermieden werden, das Wissen also gebündelt und Entscheidungen demokratisiert werden?

An diesem Punkt tritt die Frage nach der „Intelligenz der Masse“ auf die Bühne. Wenn 1906 in Francis Galtons Versuch fast 800 Personen im Durchschnitt das Gewicht eines Ochsen mit nur 0,8% Abweichung erstaunlich genau ermitteln konnten, warum sollte das nicht auch bei der Unternehmensführung funktionieren? Fehlentscheidungen einzelner Manager würden so vielleicht vermieden. Die Motivation der Mitarbeiter wäre möglicherweise immens, da ihre Entscheidung unmittelbare Wirkung zeigen würde.

Bringen wir diese Gedanken in eine prägnante Form:

Ist es möglich, ein konkurrenzfähiges Unternehmen jedweder Größe demokratisch und ohne Hierarchien am Markt langfristig zu etablieren?

[Fortsetzung folgt...]

2 Responses to [Demokratische Unternehmen] Teil 1 – Der Grundgedanke

  1. Juhu, ein Wirtschaftsthema :-)

    Antowrt: Grundsätzlich JA!

    Alldings muss man Demokratisches Unternehmen und Hierarchiehöhe voneinander trennen.

    1. Demokratisches Unternehmen heißt, dass Mitarbeiter den Aufsichtsrat und damit die Geschäftsführung indirekt wählen (das heißt nicht unbedingt dass man immer Mitbestimmen darf, das ist wie in der Politik, es gibt alle X Jahre eben eine indirekte Wahl des geringsten Übels). Die Legitimation die Geschäftsführung zu wählen ergibt sich aus dem Besitz der Geschäftsanteile (i.d.R. Aktien). Anstatt, dass das Untenrehmen Wall Street Spekulanten gehört, muss es von den Mitarbeitern aufgekauft werden / in den Mitarbeiterbesitz überführt werden, Praktisches Beispiel: http://www.wagner-solar.com/wagnerDE/WC/09.php?navid=104

    2. Ob ein Unternehmen flache oder steile Hierarchien hat ergibt sich aus der Umwelt. Wenn es sich um eine dynmaische Umwelt handelt wo schnelle Anpassung erforderlich ist (Experten und Entscheider vor Ort) dann entstehen zwangsläufig Autonomie und flache Hierarchien, denn es gibt keine Zeit lange auf Entscheidungen von oben zu warten. Experten und Entshceider vor Ort bzw. flache Hierarchien sind aber teuer weil mehr Leute mit höherer Qualifikation eingestellt werden müssen.
    Wenn die Umwelt stabil ist, d.h. Anpassungen selten sind und Entscheidungen von oben abgewartet werden können, ohne, dass sich das Untenrehmen in Gefahr bringt, kann sich das Unternehme leisten nur wenig Entscheider und Experten vor Ort einzustellen. Man hat wenige Entscheider die “oben” sitzen und bei denen die Entscheidungen konzentriert werden was für das Unternehmen wesentlich billiger ist.

    Es gibt viele (insb. kleine und Mittelständische Unternehmen) auf die beides zutrifft, sowohl dynmaishce Umwelt (und damit flache Hierarchien) wie auch Mitarbeiterbesitz (Demokratisches Unternehmen).

  2. mehr davon!

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