Home > Messe > [CeBIT '10] Eindrücke

[CeBIT '10] Eindrücke

Während sich heute treue Fanx des FollowFriday auf Twitter noch die Follower zuschusterten, begaben sich der Falkendesk und ich auf die knapp 3-stündige Reise nach Hannover, Ziel CeBIT 2010.
Dieses Jahr durfte die von mir so heiß geliebte Deutsche Bahn noch einmal ihr Glück versuchen und brachte uns zu meinem Erstaunen pünktlich und absolut entspannt zu Messe.

Wie ich bereits im Vorfeld bemerkte, war ich trotz der letztjährigen Enttäuschung recht gespannt auf die diesjährigen Neuerungen in der IT-Welt.

Und schon am Eingang erwarteten uns Produkte, die offensichtlicher, aber vor allem banaler nicht sein konnten:

iPad- und iPhone-Hüllen

iPad-Hülle

iPhone-Hüllen

Gut, der Witz war die Seglerfreundlichkeit dank stoß- und spritzwasserfester Außenhaut.

Nach dieser ersten Ernüchterung folgte wie auf Absprache ein Gratis-Kaffee von Sipgate samt umfangreicher Erläuterung der eigenen Dienstleitungen,
die ich dank mangelnder Anbindung in meinem Postleitzahlenbereich jedoch derzeit nicht nutzen kann.

Webciety

Zugegebenermaßen grenzwertig fiel eine Veranstaltung in der Webciety – zum Thema “Me@Web – Die eigene Marke im Netz” aus.
Nach einem kurzen, für mich relativ inhaltslosen Vortrag, folgte eine Diskussion auf der Bühne, unter anderem mit Sascha Lobo und Hr. Davis aus der 1&1-Werbung,
begleitet von einer Twitter-Wall im Hintergrund (#webciety).

Aus irgend einem Grund verkam die Diskussion binnen Minuten zu einem munteren babylonischen Chaos, da munter zwischen Englisch und Deutsch gewechselt wurde,
gerne auch mal mitten im Satz. Dass die Diskussion dadurch ungewollt komisch und unprofessionell wirkte, schien aber niemanden der beteiligten zu stören.
Viel unterhaltsamer unterdes war die eingeblendete TwitterWall, auf der stets beißende Kommentare an mir vorbei scrollten.

Me@Web-Vortrag

Wo wir gerade bei Vorträgen sind: Microsoft hat mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut, bemüht dynamisch wirkende Akteure das neue Office samt OneNote-Integration zum Besten zu geben, wobei ich beim Erblicken der gnadenlos überfrachteten Oberflächen in Kombination mit den Lobhudeleien der Folien-Jockeys einen gewissen Würgereiz nicht unterdrücken konnte.
Was jedoch beeindruckend war – das muss man ihnen lassen – war die Präsentationshard- und software an sich. Durch Gesten ließen sich Folien einer unbekannten, gnadenlos bunten, aber recht hübschen Präsentationssoftware mal mehr mal weniger gut vor- und zurückschalten, ohne an den Rechner zu müssen. Dank des unerträglichen “Boah, wir sind sowas von geil!!”-Getues, speziell des männlichen Protagonisten, entschieden wir uns glücklicherweise schnell für den Weg zur Hallentür und frischen Luft.

Microsoft-Vortrag

Nach einem kurzweiligen Mittagsplausch mit Bekannten inklusive spannender Einführung in das Thema IT-Commerce bei Matrix42 ging es weiter durch die – im Vergleich zum Vorjahr – weniger besuchten und vor allem dünner besetzten Messehallen.

Große Maßstäbe

Matrox’ Stand beeindruckte zwar nicht gerade durch brennend heiße Kompetenz in Sachen Beratung, vielmehr punkteten sie durch Präsentation.

Matrox - 12fach Panel

Mit speziellen Grafikkarten lassen sich aus einem Rechner bis zu 16 Bildschirme gleichzeitig ansteuern und relativ bequem per Treiber steuern (Vollbild, Einzelbilder, etc.). Im Falle des Fotos wurden “nur” 12 Panels verbaut, die über haufenweise Kabel mit zwei parallelen Grafikkarten verbunden sind.
Auf die Frage, ob man mit einem weiteren Produkt, das das Rechnerbild auf 2 Bildschirme verteilt, auch von einem Mac aus z.B. zwei virtuelle Desktops auf den Schirmen platzieren könne, bekam ich leider nur ein Achselzucken und ein “Ich weiß gerade mal, wie man Mac schreibt.” zu hören…naja…

Die UFO’s sind los

Wow! Was hab ich gestaunt. Irgendwo, versteckt am Ende einer Halle, summte es plötzlich merklich. Bei näherem Hinsehen zeigte sich folgendes:

Drohe

Eine kleine Flugdrohne, angetrieben von 4 horizontalen Propellern.
Ausgestattet mit einer kleinen Kamera, die die Bilder live auf einen Fernseher übertrug, steuerte der Aussteller das kleine Ding mit einem iPhone und dessen Bewegungssensorik. Beeindruckend und ein echt cooles Spielzeug. ;-) Zu gerne hätte ich selbst mal Hand angelegt und den kleinen Brummer durch die Luft gesteuert.

Heise – ein Highlight

Wie sich schon letztes Jahr zeigte, ist der Stand von Heise nicht nur gut besucht, sondern auch hochinteressant.
Als wir vorbeikamen lief gerade ein Vortrag von FoeBuD-Urgestein padeluun (sorry für das schlechte Foto…das iPhone, das iPhone…), natürlich über die Vorratsdatenspeicherung.
Da wir die restlichen Hallen jedoch auch noch besuchen wollten, brachen wir den spannenden und sehr unterhaltsamen Vortrag jedoch 20 Minuten ab und schlenderten weiter.

padeluun.jpg

Landkarten und Größenwahn

Als sich unsere ersten Rundtour dem Ende neigte, viel mir noch folgendes in Auge, das den Größenwahn der Standbesitzer gut dokumentiert:

IBM Karte.jpg

Was aussieht wie eine Landkarte mit einem immensen Glossar ist auch so etwas. Dies ist die Standkarte von IBM, die allein eine halbe Messehalle für sich beanspruchten und dabei so ziemlich alles zeigten, was sie so treiben. Nur die von uns gesuchte WebMail-Lösung für Lotus Notes (ja…dieses tolle Tool ist leider bei uns im Betrieb im Einsatz) war nicht zu finden…schade.

Was mich immer wieder (nicht unbedingt positiv) beeindruckt sind diese riesigen Stände, ähnlich wie es SAP im vergangenen Jahr praktizierte (die dieses Jahr übrigens eine eigene Halle gemietet hatten, den letztjährigen Stand in Sachen Style jedoch nicht erreichen konnten). Ob sich die finanzielle Investition für einen solchen Stand wirklich rentiert? Hm…

Fazit

Da zum Abschluss des Tages noch ein kleiner Besuch bei Matrx42 geplant war, erlebten wir die Hallen vor unserer Heimreise mal im ganz leeren Zustand, da die meisten Messegäste um 18 Uhr die Hallen verlassen hatten. So wurde uns auch der Spaß zuteil, eine Live-Band am GData stand zu hören und zu erahnen, was bei den berüchtigten Messe-Parties immer so abgeht…Hut ab. :-)

Alles in allem gefiel mir die CeBIT trotz weniger Aussteller besser als letztes Jahr, was nicht zuletzt auch daran lag, dass die Freiflächen meistens cleverer kaschiert wurden und die CeBIT nicht so verlassen wirkte. Auffällig waren aber schon weiße Flecken auf dem Hallenplan, da einige Hallen leer gelassen wurden.

Einige kleine Neuigkeiten waren durchaus zu entdecken, spektakuläres war selten dabei, insofern halte ich es mir offen, nächstes Jahr noch einmal vorbei zu schauen. Denn es ist immer mal wieder schön, bekannte Persönlichkeiten, die man sonst nur aus dem Netz oder den sonstigen Medien kennt, Live und in Farbe zu sehen.

Auch bleibt festzuhalten, dass die Anreise per Bahn deutlich angenehmer ist, da sich im ICE vortrefflich am Rechner arbeiten lässt, man keine Parkplatzsorgen hat und auch so deutlich entspannter reist (sofern die Bahn den pünktlich fährt – was in diesem Fall tatsächlich so war).

KategorienMesse Tags: ,