Der Mac OS – PC?
Was ist denn da los? Seit Jahren schuften sich diverstes Projekte den Rücken krumm, allen voran OSx86, und nun scheint VirtualBox in Version 3.2.0 nativ Mac OS zu unterstützen. Ein Schritt in die richtige Richtung, wie ich finde. Und ein Schritt hin zur nativen Lauffähigkeit von Mac OS auf einem Standard-PC ohne EFI – ein Umstand, den sicher nicht nur ich begrüßen würde.
Stellt sich dann aber doch berechtigterweise die Frage, warum man – außer aus Designgründen – noch überteuerte Apple-Hardware kaufen sollte…
Seit meiner Exkursion ins Reich der Macs samt iPhone und MacBook Pro im letzten September fallen mir leider immer wieder Punkte auf, die Apple mehr und mehr unsympatisch erscheinen lassen. Zensur im AppStore, Restriktionen und Bevormundung wohin man schaut – was Steve sagt, ist Gesetz.
Ein Umstand, den ich als ehemaliger (und zukünftiger?) Linux-Only-User beim besten Willen nicht mit meinem Gewissen und meiner Einstellung zu freier Software vereinbaren kann.
Nun mag sich der eine oder andere fragen, weshalb ich dann eigentlich zu Apple gewechselt bin: weil es funktioniert! Es tut, was es tun soll und das recht simpel und intuitiv. Jedenfalls auffallen häufiger als Windows oder geschweige denn Linux.
Es gibt also durchaus gute Gründe für mich, Mac OS einzusetzen auch wenn die Gegenstimmen immer lauter werden.
Unglücklicherweise spielen Apples Restriktionen in Hard- und Software keine unwesentliche Rolle bei der Stabilität und Konsistenz des Gesamtwerks “Mac”.
Hingegen ist die hesterogene Systemlandschaft bei PC’s ein Problem, dass weder Windows, noch Linux je richtig in den Griff bekommen haben, obgleich alles von Release zu Release ein bisschen besser wird.
Fazit?
Ich freue mich auf die neue VirtualBox, werde sie zügig testen und bin weiterhin gespannt, ob’s jemand ohne riesige Bauarbeiten und Dongles hinbekommt, Mac OS auf einem PC zu installieren…

Die Punkte der Apple-Restriktionen beschränken sich rein auf iPhone OS und iPod, iPhone und iPad. Den Mac genauso zu betrachten halte ich für falsch. Sicherlich ist das Apple-Gebahren unmöglich, aber auch hier wird sich was tun und vielleicht sollte man lieber versuchen Apple dazu zu bringen eine Adult-Section im App-Store zu schaffen und dafür ne anständige Kampagne starten…
Tja, an Apples Stelle würde ich tatsächlich darüber nachdenken, auch wenn sie sich damit ihr Saubermann-Image beflecken könnten. Aber nicht umsonst heißt es: “The internet is for porn.” Aus rein wirtschaftlichen Interessen (Image-Fragen ausgeklammert) halte ich das für eine nicht zu unterschätzende Geldquelle.
Restriktionen wie auf dem iPhone gibt’s unter Mac OS nicht, das stimmt. Dennoch stört mich gerade an Mac-Software, dass es viel weniger Freeware oder OpenSource-Produkte gibt, als für Windows oder Linux. Mit Mac OS arbeiten geht auch ohne käuflich erworbene Softwarelizenzen, keine Frage, aber mehr oder weniger gezwungenermaßen (mangels vernünftig nutzbarer Alternative) habe ich für Mac-Software schon einen Haufen Kohle bezahlt – für Software, die ich sonst als Freeware bekommen würde (Beispiel: Offline-Blogging-Client).
Es ist wahrscheinlich falsch, es Apple selbst anzulasten, da OS-Software-Mangel offenbar eher ein Community-Problem darstellt. Allerdings nicht zuletzt durch das Apple-Image gepusht…frei nach dem Motto: “Qualität hat eben seinen Preis.” Und in diesen Käuferschichten sitzen die Euros und Dollars dann vielleicht doch etwas lockerer, so dass der Leidensdruck für freie Software deutlich geringer ausfällt.