“Unschooling” – meine erste Initiative in LiquidFeeedback
Dieser Tage lief mir beim Befassen mit Kindererziehung und -entwicklung und Surfen durch’s Web ein Thema über den Weg, dessen ich mir bisher nicht gewahr war.
Es nennt sich schlicht “Unschooling“, ein Begriff, hinter dem sich mehr verbirgt, als er es vermuten lässt.
“Unschooling” an sich ist das – aus welchen Gründen auch immer – bewusste Fernhalten der Kinder von der Schule und Lernen nach dem Rhythmus der Kinder. Keine festen Tageszeiten oder Fächer. Mehr ist es nach meinem Verständnis ein Begleiten und Helfen beim Erwachsenwerden.
Was in vielen Staaten der Welt erlaubt ist und durch Heimunterricht (“Homeschooling“) ausgeglichen wird, ist in unserem so wahnsinnig freien Land verboten.
Warum, fragte ich mich. Warum sollte man es den Menschen verbieten, sich selber zu unterrichten, selber auf das Leben vorzubereiten und die Welt zu zeigen, wie man sie kennt und es für richtig hält? Warum sollte man darauf so versessen sein, Kinder in die Schule zu zwingen, zu Unterricht den sie nicht mögen, wo sie sich einem alles überschattenden Lehrplan zu unterwerfen haben?
Bei näherer Betrachtung schoss mir unweigerlich das 3. Reich in den Kopf. Die totale staatliche Kontrolle des Bildungswesen. Propaganda wurde schon so in den frühesten Kinderjahren in die Köpfe der Menschen gepflanzt. Und was haben wir heute? Krippenplätze. “Wir brauchen mehr Krippenplätze!” Kinder sollen schon im zarten Alter von einem Jahr den Eltern entrissen und der staatlichen Obhut unterstellt werden, damit die – heute deutlich subtilere – Propaganda sich auch gut einnistet.
Doch gehen wir weiter, in das regelmäßig umkämpfte Schulsystem. Ein System aus Gehorchen, Schüren von Angst durch Leistungsdruck, Unterordnen und Nachmachen. Selbstständiges Denken wird zuverlässig unterbunden. Lehrer, die einen Tick zu stark die Nase in den Wind der freien Gedanken stecken, werden von heute auf morgen versetzt.
Und das soll ein freies, demokratisches Land sein?
Doch zurück zum eigentlichen Thema. Unschooling.
Neben den obigen Ausführungen gibt es zahlreiche weitere Gründe, warum man das Unterrichten der Kinder selber in die Hand nehmen sollte. Religiöse Gründe mögen auch dafür sprechen, nicht jedoch in meinem Fall. Ich halte dieses Konzept für zukunftsweisend und wichtig, um frei denkende Menschen keinen Wunschtraum werden zu lassen, sondern Kinder aktiv dabei zu unterstützen, Dinge kritisch zu hinterfragen.
Doch bevor ihr nun alle Eure Kinder zu Hause lasst: Unschooling gilt in Deutschland ans Ordnungswidrigkeit, in manchen Bundesländern gar als Straftat. Als Straftat!!!! Das Missachten Schulpflicht, wo es doch “nur” um Bildung geht! Ein starkes Stück, das Berichten nach schon Familien in den Ruin getrieben haben soll. Überlegt Euch das also gut. Wahlweise könnt Ihr aber ins nahe Ausland, Beispiel Belgien, entweichen – damit wäre das Freie Lernen wiederum legal.
Alles in allem ein Umstand, den ich für nicht nur bedenklich, sondern gar gefährlich halte. Daher habe ich mich heute nach Monaten der passiven Nutzung von Liquid Feedback, dem internen Abstimmungs-Transparenz-Tool der Piratenpartei, dazu entschlossen, eine Initiative einzubringen. Zunächst ein Meinungsbild, doch hoffentlich bald ein Programmpunkt der Piraten: “Legalisierung und Förderung von Unschooling”.