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Archiv für die Kategorie ‘Datenschutz’

[Zensus 2011] Vorlage für eine Motivationsmail

22. Juni 2010 2b Keine Kommentare
Heute hat der FoeBuD e.V. die Mitzeichnung der Verfassungsbeschwerde gegen den Zensus 2011 offiziell online gestellt. Damit auch dieses Mal wieder möglichst viele Mitzeichner zusammenkommen, habe ich eine kleine Mail an Freunde und Verwandte verfasst, die zur Mitzeichnung motivieren soll.
Wer möchte, nutze sie als Vorlage und sende sie an alle Bekannten und Verwandeten.
Go!
Guten Tag,

2011 ist es soweit! Der deutsche Staat für eine groß angelegte Volkszählung durch.
Bei diesem registergestützten Zensus werden allerhand Daten aus Einwohnermeldeämtern, Arbeitsagenturen und vielen weiteren in einer Datenbank zusammengeführt.
Unter anderem wird neben Namen und Anschrift auch die eindeutige Steuernummer jedes Bundesbürgers gespeichert, wodurch jeder Bürger einwandfrei identifiziert und umfassend dokumentiert wird.
Nicht nur die Speicherung der Religionsangehörigkeiten und vieler anderer sensiblen Daten machen den Zensus aus Sicht der Bürger so gefährlich.
Die Datensammelwut des Staates beim Zensus 2011 folgt nicht dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und kann in falschen Händen zu schlimmen Nebeneffekten führen.
Nicht zuletzt Großbritannien hat gezeigt, dass von Zeit zu Zeit sensible Daten “verloren” gehen können.

Um diesem neuen Angriff auf unsere Freiheitsrechte Einhalt zu gebieten, hat sich der FoeBuD e.V., der schon erfolgreich eine Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung führte,
wieder zu einer neuen Klage entschieden, die jeder mit einer Zeichnung bis zum 12.07.2010 unterstützen kann.
Zwar reicht im Grunde ein einziger Kläger, eine breite Unterstützung aus der Bevölkerung hat jedoch eine große öffentliche und politische Wirkung, wie sich bei der Vorratsdatenspeicherung zeigte.

Wer also 5 Minuten gut investieren möchte: hier der Link zur Zeichnungswebsite: https://petition.foebud.org/FoeBuD/zensus11

Wer noch weitere Infos zum Zensus sucht, der findet unter folgender Adresse ein ausführliches Dokument zur neuen Volkszählung: http://www.it-fsinn.de/projekte/#zensus2011

Der FoeBuD e.V. hat zu dem Thema auch eine empfehlenswerte Projektwebsite online gestellt, wo Ihr weitere Infos findet: http://zensus11.de/

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit!

Herzliche Grüße
[ABSENDER]

[Aktion zum Mitmachen] Verfassungsbeschwerde gegen ELENA

15. März 2010 2b Keine Kommentare

Auf den FoeBuD ist mal wieder absoluter Verlass. Die Jungs und Mädels planen, wie schon bei der Vorratsdatenspeicherung, eine umfangreiche Verfassungsbeschwerde gegen ELENA, das Schreckgespenst aller Arbeitnehmer und neuerliches Datenmonster.

Wer sich wie ich an der Beschwerde beteiligen möchte, muss hierzu eine speziell für diesen Zweck formulierte Vollmacht ausdrucken, unterschreiben und an den FoeBuD senden. Wie das funktioniert, steht alles auf der Aktionsseite.

Im Sinne von uns allen kann ich Euch die Teilnahme nur wärmstens ans Herz legen.

Oder findet Ihr, dass es Frau Merkel etwas angeht, dass Ihr Euren Chef mal “blöder Hund” genannt und deswegen eine Abmahnung kassiert habt oder dass Ihr letzte Woche Euer gewerkschaftliches Streikrecht für mehr Gehalt in Anspruch nahmt…?

[Party] BVG kippt Vorratsdatenspeicherung

2. März 2010 2b Keine Kommentare

Kurze Party-Durchsage:

Das Bundesverfassungsgericht hat heute die Vorratsdatenspeicherung gekippt.

[ELENA] Stiller Protest

21. Januar 2010 2b Keine Kommentare

- ohne Worte -

[ELENA] Kritische Informationen

20. Januar 2010 2b Keine Kommentare

Kaum befasst man sich mal etwas näher mit einem Thema, schon sprießen die Informationsquellen wie Pilze aus dem Boden.
Die Piratenpartei stellt unter http://stopptelena.de/ eine “kritische Informationsseite zum ELENA-Verfahren” für alle bereit, die sich abseits der staatlichen (Des-)Information über das Verfahren erkundigen möchte.

http://stopptelena.de/

[ELENA] ePetitionen gegen den gläsernen Arbeitnehmer

19. Januar 2010 2b Keine Kommentare

Gleich zwei ePetitionen gegen ELENA (elektronischer Entgeltnachweis) stehen dieser Tage im ePetitions-System des Deutschen Bundestages bereit.

Nr. 1 fordert die komplette Abschaffung von ELENA:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen,
dass die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird.

Begründung

Es werden unzulässig Daten erhoben, die weit über den ursprünglichen Sinn des Gesetzes hinausgehen.
Zum Beispiel werden Streik- oder Aussperrungszeiten gespeichert, die Arbeitgeber müssen Abmahnungs- und Kündigungsgründe angeben.
Dem Sinn des Gestzes widerspricht schon der 2 jährige Aufbau einer Datenbank, die auch mit erheblichem Aufwand der Arbeitgeber verbunden ist.
Von der beabsichtigten Kostenersparnis kann keine Rede sein, es werden millionenfach Daten erhoben, die nie benötigt werden,
da die meisten Bürger – aus welchen Gründen auch immer – weder Wohngeld, Eltergeld oder Arbeitslosengeld beantragen.
Nach meiner Meinung wurde mit diesem Gesetz das Recht auf informationelle Sebstbestimmung verletzt.

Nr. 2 hingegen fordert lediglich Nachbesserungen:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
das die Speicherung und Datensammlung der Art der Fehlzeiten der Arbeitnehmerdaten im sogenannten ELENA-Verfahren nochmals überarbeitet und überdacht werden.

Begründung

Es geht kein Finanzamt und keine Krankenkasse an, wenn ich zu spät zur Arbeit komme, wenn ich streike, wenn ich unbezahlten Urlaub nehme und so weiter.
Ich fühle mich als Bürger total gläsern und total vom Staat überwacht. Desweiteren zweifle ich an, ob dieses Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht stand hielte.
Folgende Daten müssen meines erachtens nach NICHT an die genannten Behörden/Körperschaften übertragen werden:

Art der Fehlzeit
05 = unbesetzt
10 = unbezahlter Urlaub
11 = unbezahlte Fehlzeit (z.B. unentschuldigtes Fehlen/
Arbeitsbummelei/Wochenende oder Feiertage ohne Entgelt/
Pflege eines kranken Kindes ohne Kranken- oder Verletztengeldbezug/
kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen Pflege)
12 = unrechtmäßiger Streik
13 = Aussteuerung
14 = rechtmäßiger Streik
15 = Aussperrung
16 = unwiderrufliche Freistellung ohne Weiterzahlung des Arbeitsentgeltes

ELENA – Widerspruch ist was für Weicheier!

15. Januar 2010 2b 1 Kommentar

Nachdem ich mir das ELENA-Video, über das ich zuletzt bloggte, gerade noch einmal angeschaut habe, kam mir spontan die Frage, ob man diesem übelkeitserregenden Datensammeln nicht einfach widersprechen kann. Und??? Na?

Das wird Euch vermutlich genauso überraschen, wie mich: NEIN! Widerspruch unmöglich! Laut §97 des sogenannten ELENA-Verfahrensgesetzes sind die Arbeitgeber zum Liefern der Daten verpflichtet und der Arbeitsnehmer hat keine Möglichkeit, dem zu widersprechen.

Pff, warum auch? Es geht ja nur um meine personenbezogenen Daten? Wo kämen wir in unserem geliebten Überwachungsstaat denn hin, würde der Bürger noch ein Recht haben, über seine Daten zu bestimmen?!

Also muss wieder das BVG ran…oder mag sich jemand mit mir zusammen tun und zumindest schon mal eine ePetition verfassen?

ELENA – Next generation mess

15. Januar 2010 2b 1 Kommentar

Bis heute geisterte ELENA nur als Begriff immer mal wieder an mir vorbei, ohne dass ich mich jedoch näher damit befasste. Was, wie sich herausstellte, ein Fehler war. Denn heute lenkte mich Miro auf einen bei Youtube verlinken Beitrag der Sendung Monitor zum Thema ELENA, das Kürzel für “Elektronischer Entgeltnachweis”. Die neueste Schweinerei unserer Regierung in Sachen Datenmißbrauch.

Ich dachte, nach der Vorratsdatenspeicherung und Zensursula hätte es schlimmer kaum kommen können – weit gefehlt – schlimmer geht immer! Mit ELENA wird’s persönlich. Und zwar so richtig. Da sage noch jemand, er habe nichts zu verbergen, nicht nachdem ich heute in den Nachrichten hörte, ein Arbeitnehmer sei entlassen worden, nachdem er seinen Elektroroller für 2 Cent (!) Stromkosten in der Firma betankt hatte!

So richtig auf dem Laufenden bin ich bei dem Thema nun noch nicht und weiß nicht, ob bereits eine Verfassungsbeschwerde, ePetition oder ähnliches gegen diesen Mist in Umlauf ist…wenn jemand dazu näheres weiß, freue ich mich über Eure Kommentare – doch seht doch erst einmal selbst, wie man uns noch weiter ausspionieren möchte:

Kontraste

13. Oktober 2009 2b Keine Kommentare

Wir Menschen neigen bekanntlich zur Simplifizierung von Sachverhalten, die sich gelegentlich in realitätsfremden Modellen und Schwarz-und-Weiß-Denken niederschlagen.

Der menschlichen Natur folgend verwundern auch die widersprüchlichen Ereignisse der letzten Tage nicht weiter, lassen sie sich doch leicht nach schwarz und weiß, gut und böse, rechts oder links einsortieren.

Während in der BRD die Bundeskanzlerin mangelnden Urheberrechtsschutz im Netz kritisiert und damit von den Lobbyisten der in diesem Fall betroffenen Buchindustrie, jedoch mit Sicherheit auch der Musikindustrie freudestrahlend und mit offenen Armen empfangen werden dürfte, untersagt das rumänische Verfassungsgericht die Vorratsdatenspeicherung…ein Zustand, den wir uns in Deutschland nur wünschen können.

Und Merkel steht nicht allein auf weiter Flur: auf EU-Ebene kloppt man sich um das Telecom-Paket und

[...] Bürgerrechtler leiten aus dieser allgemeinen Formulierung die Vermutung ab, dass Nutzern künftig auch der Internetzugang ohne Gerichtsverhandlung schon im Rahmen der normalen Strafverfolgung abgeknipst werden könnte.

Justiz ohne Justiz.

Wo wir gerade bei gestohlenen, geschaffenen oder eingebildeten Werten sind: Stasi- Innenminister Schäuble gibt am Rande des “Wertekongresses” seine Meinung zu dem ihm mutmaßlich unbekannten Medium “Internet” zum Besten:

Kultur wie Marktwirtschaft gehen nicht ohne den Schutz geistigen Eigentums.

Und außerdem: das Internet dürfe kein rechtsfreier…ach…den Rest kennt Ihr sicher schon auswendig. Das wird wohl niemanden mehr wundern.

Was hingegen verwundern könnte, ist Schäubles Offenbarung, die “soziale Kontrolle werde schwächer” und biete somit keine ausreichende Sicherheit mehr. Ganz klar: da muss mehr Videoüberwachung her, Herr Schäuble! Denn wir Bürger kontrollieren uns nicht ausreichend!

Ein Punkt, in dem Schäuble und Merkel vermutlich Hand in Hand gehen können:
Damals, in der DDR, da war das viel besser! Jeder hat jeden verpfiffen, da brauchte man keine Videoüberwachung! Was das an Steuergeldern einspart…nicht auszudenken!

Ihr merkt gerade, dass meine anfangs angepriesenen Kontraste, aber auch das damit verbundende Gleichgewicht, gerade arge Schlagseite erleiden.

Denn ungeachtet den erfreulichen Meldungen aus Rumänien finanziert die EU heimlich, still und leise ein Projekt namens “Indect“.

Ich nenne es: “Big Brother“.

14,86 Millionen Euro unserer wertvollen Steuergelder verwendet man darauf, unserer Freiheit den Gar endgültig aus zu machen.

“Die Zeit” titelt dazu schlicht und ergreifend: Indect – der Traum der EU vom Polizeistaat

Ein paar pikante Details:

  • alle bestehenden Überwachungstechnologien sollen zusammengeführt werden
  • automatisierte Suchroutinen sollen im Web nach “Gewalt”, “Bedrohungen” und “abnormalem Verhalten” fahnden. Wie diese Begriffe definiert sind, bleibt jedoch offen.
  • “Indect” soll zum Werkzeug der Polizei werden, um “verschiedenste bewegliche Objekte” immer und überall zu observieren
  • …die Liste kann noch munter und erschreckend weitergeführt werden…

Besonders klar wird die Brisanz in folgendem Absatz:

In irgendeiner Weise auffällig gewordene Menschen in der Realität schnell entdecken und langfristig verfolgen zu können. Wer beispielsweise bei YouTube ein Drohvideo gepostet hat, der soll mithilfe von Überwachungskameras gesucht, via Suchmaschine identifiziert und mittels tragbarer Geräte von Polizisten verfolgt werden können.

Der Artikel ist definitiv eine Empfehlung wert. Besser, als jede Gruselgeschichte. Krasser und vor allem realistischer als “1984“.

In diesem Kontext meldet sich dankenswerterweise Telepolis mit der Schlagzeile “Kritik am Stockholm Programm” zu Wort und berichtet über die EU-Pläne zur inneren Sicherheit für die nächsten Jahre.

In der Zwischenzeit sammelten sich eine Hand von Artikel zu den Plänen, uns gottähnlich vor dem Bösen zu schützen…

Du umgibst mich von allen Seiten, und hältst deine Hand über mir.

Dass die Bibel stets eine gewisse Aktualität besitzt, beweist Andreas Bemeleit auf bedrückende Weise. Psalm 139, Vers 5 wirkt gerade zu ironisch, betrachtet man sich das heutige Kontrastprogramm zwischen Wahlversprechen und eiskalter Freiheitsberaubung unter dem Deckmantel der Strafverfolgung.

Wem es so vorkommt, dass mein wunderbares Gleichgewicht zwischen Dunkel und Hell, Schwarz und Weiß _etwas_ aus den Fugen geraten ist…ja. Das ist es.
Wir beobachten in diesem Tagen der herbsten Angriff auf unsere Freiheitsrechte seit…ja…seit wann denn…? Wenigstens seit dem 2. Weltkrieg.

Vor Tagen formulierte ich in einer Rundmail über Indect den Satz: “Beware 1984.”

Korrekterweise muss es heißen:

Fight 1984. Now.

[Update 15.10.2009]
Der aktuelle Entwurf des Stockholm Programms wurde geleakt (Entwurf Stockholm Programm (lokale Kopie) (114))

OptOutDay 2009

22. August 2009 2b Keine Kommentare

Am 17.09.2009 ist OptOutDay, eine schöne Aktion der Piratenpartei.

Zitat von der Webseite:

Wir tragen uns gemeinsam bei unseren regionalen Meldebehörden aus den offenen Listen aus, um ein Zeichen zu setzen. Warum wir diesen Schritt gehen?

Meldebehörden haben das Recht, persönliche Daten, wie zum Beispiel Adresse, Geburtstag, Konfession und Familienstand, an Dritte weiterzureichen, solange man sich nicht selbstständig und ausdrücklich in Schriftform dagegen ausspricht.

Daher veranstaltet die Piratenpartei Deutschland am 17.09.2009 den OptOutDay!

Im Zeitalter des systematischen Datenmissbrauchs finde ich diese Aktion als “ein Zeichen” extrem sinnvoll. Wir haben in begrenztem Maße des Recht, uns zu wehren…also sollten wir es auch nutzen.

Mehr zum Wie und Wo findet Ihr bei www.optoutday.de.

Ach ja: Bitte weitersagen!

(via fefe)