Demokratie und Wirtschaftsunternehmen – zwei scheinbare Gegensätze, die in der Realität oft konträr laufen. Vor einiger Zeit verfasste ich einige Gedanken zum Thema “Demokratische Unternehmen“, deren nächste Kapitel in den kommenden Tagen hier erscheinen werden. Seit der Verfassung des Textes ist etwas ein Jahr ins Land gegangen und einiges hat sich seit dem getan. Mit Liquid Feedback stellte die Piratenpartei ein Tool für basisdemokratische und hochgradig flexible Meinungsbildung und Entscheidungsfindung vor, das jedoch nicht nur für Parteien interessant ist. Grund genug, im Rahmen meiner Betrachtungen einen Blick über den Tellerrand zu wagen…
Nachdem ich in Teil 2 die Motivation dieser Abhandlung etwas beleuchtet habe, widme ich mich heute kurz und bündig dem Ziel der selben.
Ziel dieser Betrachtung soll das Finden einer Antwort sein. Eine Antwort auf die gestellten Fragen und darauf, wie ein demokratischen Unternehmen aussehen könnte.
Ein Ansatz könnte sein, wichtige Entscheidungen von allen Mitarbeitern abstimmen zu lassen. Ein zweiter Ansatz wäre der Abbau von Strukturen, hin zu temporär gebildeten lockeren Einheiten, in denen gearbeitet wird. Stehen Entscheidungen an, werden diese von allen Mitarbeitern getroffen, was jedoch einen immensen Informationsfluss voraussetzt, um geeignete Resultate zu erreichen.
Der folgende Abschnitt „Die Suche nach einer Antwort“ beschäftigt sich primär mit dem Abwägen von Argumenten, dem Aufbau von Beispielszenarien und deren Praxistauglichkeit. Das Entscheiden für Pro und Contra und das Springen zwischen Thesen und Ideen spiegelt die Gedankengänge des Autors wider und resultiert abschließend in einem Fazit und hoffentlich der einen oder anderen Antwort…
Mit Schrecken stellte ich nach einem Kommentar auf Teil 1 der “Demokratische Unternehmen”-Reihe Schluss war, obwohl die Texte sein langer Zeit auf meiner Platte ruhen. In der nächten Zeit werde ich meine Gedanken und Texte noch einmal kritisch überarbeiten, denn in den letzten Wochen hat sich möglicherweise großes angekündigt. Mit LiquidFeedback, einer web-basierten Softwareimplementierung des Liquid Democracy Verfahrens ist ein Tool bei der Piratenpartei an den Start gegangen, das in meinen ersten Gedanken auch die moderne Unternehmenführung umkrempeln und vor allem das Thema “Demokratische Unternehmen” befruchten könnte. Dazu aber bald mehr.
Als Vorgeschmack gibt’s heute Teil 2, die Motivation hinter dem Ganzen.
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Okay, der Titel ist irreführend und provokant, aaaber:
Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) entblödet sich laut Heise nicht, die Anstiftungen zur Hehlerei für legal zu erklären, weil Daten ja keine Sache seien:
“Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei.” Ebenso widerspricht die Juristin der Auffassung, mit dem Ankauf würde der Staat andere zum Datendiebstahl anstiften: “Die deutschen Steuerbehörden haben ja gerade keine Belohnung dafür versprochen, dass sich der Informant diese Bankdaten rechtswidrig beschafft; die hatte er ja schon, als er erstmals auf die Behörden zukam.”
Nichts anderes erwarte ich von einer CSU-Politikerin.
Aber wisst Ihr was? Wir sollten Frau Merk dankbar sein, denn da Daten ja nicht gestohlen werden können, ist das Filesharing von Filmen, Games und Apps über das Web ja ganz sicher auch kein Diebstahl und damit legal. Muahaha!
Aber dass das nicht stimmt, dafür fällt Ihnen bestimmt auch wieder ein gerade passendes Argument ein. Nicht wahr, Frau Merk? Schämen Sie sich eigentlich nicht, uns so boshaft zu verarschen?!
6, setzen!
Sollte sich ein Rechtkundiger unter meinen Leser befinden, dann habe ich da mal eine sehr ernst gemeinte Frage:
Besteht die Möglichkeit, jemandem der Regierung (wer auch immer in Person dafür die Verantwortung trägt) wegen dieser “Wir kaufen Hehlerware um Steuern zu scheffeln”-Aktion eine Strafanzeige auf den Hals zu hetzen? Entweder wegen (indirekter) Anstiftung zum Diebstahl, Unterstützung von Hehlerei, Handel mit Hehlerwaren oder Mitwissertum bei einer Straftat (oder wie das heißt)?
Für mein Rechtsverständnis geht es hier absolut nicht mit rechten Dingen zu und sofern die Möglichkeit einer Rechtsverfolgung besteht, ziehe ich eine offizielle Strafanzeige in Betracht, sollte es zu dem Datenhandel kommen.
Vielleicht liege ich meiner Rechtseinschätzung auch total daneben. Dann ist aber grundsätzlich etwas falsch im deutschen “Rechtsstaat”, wenn Straftaten neuerdings durch andere Straftaten gerechtfertigt werden.
Ich nehme jeden Tipp gern entgegen.
Erst versteht man es nicht.
Dann probiert man es aus und lässt es wieder sein.
Dann probiert man es nochmal und kommt nicht mehr davor los.
Erinnerst Du Dich? Damals? Warum?
Es fehlt ein Stück; Ina Fölster
Ich las gestern Alice Millers Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst
und frage mich gerade, ob die Machtkämpfe, die wir aktuell in Politik und Wirtschaft sehen (und welche vorwiegend von Männern geführt werden), auf eine mangelnder Verfügbarkeit der Mutter (die sehr wichtig für das ganze Leben ist) in den ersten vier Lebensjahren “des Kindes” zurückzuführen sein könnten…
Ist dem so, dann sind diese Machtkämpfe als unmittelbare Folge des 2. Weltkriegs und der Nachkriegsgeneration denkbar, da die Mütter während dieser Zeit oftmals arbeiten mussten (Trümmerfrauen, etc.) und die Kinder sich selbst überlassen waren, bzw. ältere Geschwister auf jüngere aufpassten mussen (= mangelnde Verfügbarkeit der Mutter) – sei es, da der Mann gefallen war oder einfach nur Geld benötigt wurde.
Laut Alice Miller kann jene mangelnde “Macht” des Säuglings/Kindes, in dieser Phase jederzeit über seine Mutter verfügen zu können und somit seine Grundbedürfnisse zu befriedigen, zu entsprechenden “Störungen” im Verlauf des Lebens führen…bis hin – wie ich vermute – zu “Machtbesessenheit”…
Ist nur so eine Theorie, die mir spontan einfiel…kennt sich jemand auf dem Gebiet näher aus und kann meine These wider- oder belegen?
Heute gibt’s mal ein bisschen was anderes auf die Augen. Ausnahmsweise kein Politikgeseiere. Nein, stattdessen habe ich mich dazu entschlossen, Euch mal meine geisten Ergüsse zum Theme “Demokratische Unternehmen” an den Kopf zu werfen. Die Gedanken sind schon einige Monate alt, dennoch – oder vielleicht genau deswegen – möchte ich sie hier in mehreren Teilen niederschreiben.
Viel Spaß.
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