Sourceforge.net 2008 Community Choise Awards

Heute warf ich doch mal einen Blick auf die Ergebnisse des diesjährigen Sourceforge.net 2008 Community Choise Awards, bei denen ich vor einiger Zeit für diverse Open Source Projekte abstimmte. Was mich jedoch außerordentlich irritierte, war die Sponsorenliste:

Screenshot der Sourceforge Startseite

Insbesondere Microsoft regiert als einziger Diamond Sponsor die Sponsorenliste. Microsoft? SourcForge? Open Source? Hallo? Hm…so ganz möchte mich diese Vorstellung nicht überzeugen. Zumal andere Größen wie Mozilla oder The Linux Foundation lediglich als Silver Sponsor, bzw. Community Partner fungieren.
Macht Microsoft jetzt auf “die gute Seite der Macht” und unterstützt Open Source?
Oder versucht “die dunkle Seite der Macht” nun die OS-Community zu infiltrieren?

Erklärungswillige mögen mich aufklären…

Seltsame Spitzen

Was mussten meine geschundenen ITler-Augen da heute sehen, als ihr Blick zufällig die Statistiken von IT::fsinn streifen? Gestern (13.07.) wies eine ungewöhnliche Pageview-Spitze auf, eine Verachtfachung der Pageview und RSS-Zugriffe. Die eindeutigen Besucher hingegen stiegen nur marginal. Und heute? Alles wieder in geregelten Bahnen.

Statistik

Was will mir das sagen? Gibt eine neue Suchmaschine, die all meine Einträge indiziert hat? Hat da jemand exzessiv mein Blog gelesen?

Kennt jemand von Euch dieses Phänomen? Falls ja, würde ich mich sehr über Eure Erkenntnisse freuen…ich bin momentan etwas ratlos…

Eine Rauchpause…

…legt dieser Tage wohl der eine oder andere Kneipenbesucher ein, wenn ihm der Genuss seines Lungenbrötchens dank “Nichtraucherschutzgesetzt” an der Theke verwehrt bleibt. Mitunter lassen sich nun seltsame Stilblüten beobachten, die in der Symptomatik stark an bestehende US-Gesetze erinnern (beispielhaft seinen hier die obligatorischen Papiertüten genannt, in der geneigte US-Bürger öffentlich ihr Alkoholika gassi führen).

Aus dem beliebten Volkssport “Rudelgucken” wird da flott mal das “Rudelrauchen” oder auch “Public Smoking”. Horden von Rauchern stehen in Dunstwolken eng gedrängt um die Eingangstür der Kneipe an der Ecke, um dem deutschen Wetter zu entfliehen. Und wer da noch nimmt Rücksicht auf die kleine Gruppe jener Nichtraucher, die das Rauchen im Grunde nicht weiter stört, aber aufgrund von “Wir geh’n ma eben draußen eine quartzen.”-Sprüchen plötzlich allein am Tisch sitzen und vereinsamen, weil alles wichtige bei einer gemütlichen Zigarette besprochen wird?

Besonders “beliebt” (zumindest bei mir) sind jene Denunzianten, die von jetzt auf gleich so tun, als hätte es das Rauchverbot schon immer gegeben und lauthals aus der Kneipe brüllen: “Lass gefälligst die Tür nicht so lange auf, der ganze Qualm zieht hier rein!!! *hust*” Solch übereifrige Mitbürger haben vor knapp 70 Jahren viele klar denkende Menschen das Leben gekostet. Das aber nur am Rande.

Warum machen wir uns das Leben eigentlich gegenseitig zur Hölle, wenn die wahre Ursache doch gemütlich in Berlin und Brüssel sitzt und einen kräftigen (symbolischen) Schlag auf die Finger verdient?!

Wie freue ich mich in 50 Jahren auf verregnete Wintertage mit meinen Enkeln (Schnee werden sie nur noch aus dem Fernsehen kennen), wenn wir gemütlich bei einer Tasse Ökotee (Kaffee wird wegen gesundheitlicher Risiken für den Kreislauf von den Krankenkassen verboten sein) vor dem künstlichen Kamin sitzen und ich ihnen mit güldenem Glanz in den Augen von der guten, alten Zeit berichte, als der Liter Diesel noch 1,50 Euro kostete, sich die Industriestaaten wegen des Öls noch nicht in kriegerische Handlungen verstickt hatten, das Rauchen und Alkoholtrinken noch erlaubt war und noch nicht in jeder Ecke des Raums eine Überwachungskamera hing…

Nur für’s Protokoll: Ich bin Nichtraucher…

Warum überall Geld fehlt…

Der “Neue Impulse e. V.”, ein Verein, der sich zum u.a. zum Ziel gesetzt hat, Menschen zum “Hinterfragen der Dinge” anzuregen, hat einen sehr gut gemachten und erklärenden Film zum Thema Geld produziert, den ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen kann.
Nehmt Euch die knappe Stunde Zeit und schaut Euch den Film hier an. Er handelt vom Goldschmied Fabian, der mit einem klugen Plan ein Geldsystem auf die Beine stellt, das nur auf dem reinen Vertrauen des Volkes beruht, letztlich aber Werte aus dem Nichts erschafft. Wie der Film zu Anfang so schön sagt: “Der folgende Film zeigt die tatsächliche Entwicklung unseres Geldes – sowie den Fehler im Geldsystem. Eventuelle Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten und Personen sind weder zufällig, noch unbeabsichtigt.”

Vielen Dank für diesen wunderbaren Film, der in meinen Augen vollkommen plausibel und logisch klingt. Die Frage ist: was kann jeder einzelne gehen den Fehler tun?

Blogger-Inhalftierungen

Bedenkliche oder gar beunruhigende Nachrichten flimmerten mir heute vor den Augen. Wie tecchannel berichtet, nimmt laut dem aktuellen “World Information Access Report (WIA) der University of Washington” die weltweite Zahl der Inhaftierungen kritischer Blogger stetig zu.
Zurückzuführen sei dies auf verschiedenste, kritisch betrachtete Themen, begonnen bei Menschenrechten bis hin zu korrupten Regierungen.
Als wäre es noch nicht schlimm genug, dass Länder wie Burma laut Reporter ohne Grenzen exzessive Zensur betreiben, so seien laut dem Bericht auch in westlichen Ländern wie Großbritanien, Frankreich und (wen wundert es?) Amerika entsprechende “Maßnahmen” gegen unliebsame Onlineaktivisten vorgenommen worden.

Frage:
Wann ist es in Deutschland soweit? Frankreich ist nicht allzu fern. Großbritanien auch nicht.
Ich sehe dieser Entwicklung mit sehr, sehr großen Sorgen entgegen, da es weltweit offenbar mehr und mehr Bestrebungen zum Abbau von Menschenrechten und zur Stärkung von kapitalistischen Interessen seitens Regierungen und Organisationen zu geben scheint. Ich möchte keineswegs alle Machtkonzentrationen und Generalverdacht stellen, aber ein Trend in diese Richtugn ist deutlich erkennbar. Stichworte: Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, BKA-Gesetz, Videoüberwachung; alles, was sich “präventive Antiterrormaßnahmen” schimpft.

Was denkt Ihr darüber? Seht Ihr diese Entwicklung ähnlich kritisch oder ist das vielleicht doch eher halb so wild? Ich freue mich über reichlich Kommentare!

I Care-O-bot?

Grundsätzlich stehe ich technischen Neuerung, die unser Leben leichter oder schöner machen sehr wohlwollend gegenüber. Was mich jedoch, nicht zuletzt durch Hollywoodstreifen wie I Robot, A.I. oder Matrix, skeptisch gegenüber dieser neuen Robotergeneration stimmt, sind die Menschen, die solche Maschinen programmieren. Aus Erfahrung als Softwareentwickler kann ich sagen, dass sich zwangsläufig bei großen Softwareprojekten Fehler einschleichen, die zum Teil fatale Folgen haben können und vorher nicht absehbar sind, da die Rahmenbedingungen einfach nicht simulierbar sind, bzw. nicht jeder Fall bedacht wurde. Kurzum: Menschen machen Fehler, die sich folgerichtig auf dessen Produkte auswirken (können).

Warum also sollte ich mir einen Care-O-bot ins Haus stellen, dass über mehr und bessere Sinnesorgane verfügt als ich, von fremden Menschen programmiert wurde und zudem noch über Greifarme verfügt? Klar, so ein 1,40 Meter kleiner Wicht, der meinen Tisch wischt, mir das Abendessen bringt oder den Boden putzt hätte ich auch gerne und ich will nicht den Teufel an die Wand malen.

Aber: was, wenn Murphy’s Law zuschlägt?

Ein zugegeben konstruiertes und vielleicht auch etwas paranoides Szenario, aber versuchen wir es mal.

Also, besagter Care-O-bot (oder welcher Robbi auch immer) saust durch mein Haus und tut, was er soll. Mich bei Haushaltsaufgaben unterstützen. Eines Tages setzt durch einen Softwarebug oder Hardwaredefekt seine Sensorik aus und er kann nicht mehr feststellen, wie stark sein Greifarm zudrückt. Im besten Fall sind Sicherheitsmechanismen implementiert, die den Robbi abschalten. Im Falle Murphy’s allerdings greift sich der Robbi eine Flasche und zerdrückt sie. Scherben. Okay. Alles noch nicht so schlimm. Was aber, wenn ein solcher Robbi bewusst umprogrammiert wird. Von einem eingeweihten Programmierer, der böses im Schilde führt?
Wäre ein solcher Metallhaufen dann in der Lage, einen Mord zu begehen? Ein Roboter mit meinem Küchenmesser in der Hand, macht mir ein paar Kopfschmerzen.

Okay, genug der Schwarzmalerei. Alles rein hypothetisch. Aber theoretisch doch denkbar. Daher sollten wir technischen Neuerungen zwar offen begegnen, sie aber trotz allem kritisch hinterfragen.

Apropos hinterfragen: ab welchem Zeitpunkt würde ein Roboter eigentlich Bürgerrechte erhalten? Wenn seine KI unser Denkvermögen überschreitet? Trotz seeeehr viel Science Fiction in diesem Beitrag werden wir uns früher oder später Gedanken über diese Themen machen müssen. Besser zu früh, als zu spät.

In diesem Sinne: ich freue mich auf die technischen Möglichkeiten der Zukunft, werde sie aber stets mit einem wachsames Auge begleiten. ;-)

Datenschutz-Manifest des CCC

Der Chaos Computer Club (CCC) nahm gestern den aktuellen Datenmissbrauchskandal der Telekom zum Anlass für ein Manifest für den Datenschutz. In diesem 10 Punkte umfassenden Skript fordert der CCC neben der sofortigen Beendigung der Vorratsdatenspeicherung auch “drakonische Strafen” für “[...]das Zusammenführen verschiedener Datenbestände[...]“, das “[...]tiefgreifende Einblicke in das Leben jedes Einzelnen[...]” ermögliche und somit “[...]eine signifikante Gefahr für die freie Entfaltung der Persönlichkeit[...]” darstelle. Des Weiteren fodert der CCC tiefgreifende Änderungen im Umgang mit Daten, deren Schutz und Kontrolle durch jeden Einzelnen.

Hier kurz zusammengefasst die 10 Punkte:
1. Sofortiger Stop der Vorratsdatenspeicherung.
2. Vollständiger Verzicht auf die Erhebung und Aufzeichnung nicht benötigter Verbindungsdaten.
3. Rechtliche Sanktionierung und Einführung eines Schadenersatzanspruches für die Opfer der Datenverbrechen.
4. Persönliche Haftbarkeit von Vorständen und Geschäftsführern für Datenverbrechen ihres Unternehmens.
5. Uneingeschränktes sofortiges Auskunftsrecht der Bürger gegenüber Unternehmen bezüglich der über ihn gespeicherten Daten, deren Weitergabe und Verwendung.
6. Verarbeitung und Speicherung von Daten deutscher Bürger außerhalb des Geltungsgebietes des deutschen Datenschutzrechts nur mit aktiver Zustimmung des Betroffenen.
7. Kontrolle und Regulierung von privaten Schnüffelfirmen.
8. Die Position der Datenschutzbeauftragten muss gestärkt werden.
9. Datenschutz in Europa wirkungsvoll durchsetzen.
10. Schutz von Whistleblowern.

Mehr dazu im Manifest selber

An dieser Stelle möchte ich dem CCC meine vollste Zustimmung zu diesem Manifest aussprechen, wenngleich beim einen oder anderen Punkt der Teufel im Detail steckt. Zum Beispiel erhöhen gesonderte Kontrollinstanzen für den Datenschutz den Verwaltungsaufwand immens, obgleich es technische Lösungen hierfür gib.

Dennoch: diese Maßnahmen sind in Zeiten der Datensammelwut richtig und wichtig!

Der Schutz unserer Bürgerrechte hat an dieser Stelle oberste Priorität und darf nicht durch falsch verstandene Diplomatie und Unwissenheit der Politiker (technischer Art) gefährdet werden.
Ziel muss es auch sein, aufzuklären. Aufzuklären über die Folgen von Datenmissbrauch.
Mehr Informationen hierzu findet Ihr beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, die ausführlich über dieses Thema berichten.

Ihr findet das Manifest auch wichtig?
Dann berichtet davon! Schickt den Link an Eure Freunde, Familie und Kollegen, berichtet in Eurem Blog davon und macht auf die Problematik aufmerksam!

Wenn Ihr wissen möchtet, was Ihr sonst noch tun könnt, hört Euch die Audioversion von “Fight for your rights” (by netzpolitik.org @24C3) an. Sehr empfehlenswert!

Langsam komme ich mir verfolgt vor…

Ist es eine Verschwörung??

http://holgi.blogger.de/stories/1103397/

Gnade für Tiere

Heute war ein zumindest denkwürdiger Tag.

Wir waren eingeladen, bei der Auflösung eines Gnadenhofs für Tiere in Köln Dünnwald zu helfen. Überschüssige Utensilien gegen einen kleinen Obulus abtransportieren, da die Besitzer sonst alles selber entsorgen müssten. Bei knapp 4.000 m² kein wirklicher Spaß.
Trauriger Hintergrund des Ganzen ist eine über 90-jähige Besitzerin, die den Hof nicht mehr führen kann und so schon vor einiger Zeit mit der Auflösung begann. Zu allem Übel ist der Hof auch noch verschuldet, was leider bei solchen Hilfseinrichtungen viel zu oft passiert.

Tiere waren keine mehr da – Totenstille.
Zu allem Überfluss regnete es auch noch wie aus Kübeln.

In dieser bedrückenden Stille sahen wir uns nach noch verwendbaren Gegenständen um. Vorbei an leeren Zwingern, längst verlassenen Vogelkäfigen und Kaninchenställen. Regenwasser tropfte durch das eine oder andere Volierendach auf den noch nicht gereinigten Boden und bildete riesige Pfützen. Ein beißender Tiergeruch drang aus der einen oder anderen Tür der sich aneinander drängenden Hütten.

Mich überkam zwangsläufig ein beklemmendes, trauriges Gefühl, wenngleich ich den Hof zum ersten Mal sah und ihn nicht im belebten Zustand kannte.

Wären nicht einige Tauben auf einem nahen Dach gelandet, hätte man glauben können, alle Tiere hätten für immer fluchtartig diesen Ort verlassen. Was mit ihnen geschah weiß ich nicht…

Ich hoffe, ihnen wurde Gnade zuteil…

Go back to top