[KW41] Themen der Woche

1. Ich verstehe ja die ganze Aufregung über den Bundestrojaner nicht. Es ist doch sooo einfach, sich dagegen zu schützen!

2. Ich finde die UI der ZDF Mediathek im Web ja eher…suboptimal. Jetzt gibt’s für alle Mac User eine nette App, die die Videos übersichtlich darstellt und die Verwaltung extrem vereinfacht.

3. Der geneigte Leser dieses Blogs wird bereits das eine oder andere Mal meine Verweise realer Technologien auf Science Fiction Erfindungen aus “Minority Report” vernommen haben. Für Euch habe ich mal wieder ein Leckerli gefunden: das US-Heimatschutzministerium möchte wissen, das die Bürger planen. (vgl. Pre-Crime). Absolut gruselig!!! Aber es wird noch besser: angeblich ist das schon lange Praxis.

4. Na endlich. Die Piraten scheinen aus der Schockstarre der Trojaner-Geschichte erwacht zu sein und hauen mal auf den Tisch.

5. Wer schon immer mal wissen wollte, wie Google seine Mitarbeiter bei der Stange hält, dem sei dieses Interview empfohlen. Ich find’s beeindruckend und vollkommen nachvollziehbar – verbunden mit der Frage, warum das nicht alle so machen?!

6. Nicht, dass mal mir meinen Stresspegel bei der Arbeit wirklich visualisieren müsste, aber dennoch netter Erfindung für all jene Vertreter der Gattung “Leistung bis zum Umfallen”.

7. Dieser Gedanke schoss mir diese Woche häufiger durch den Kopf:

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8. Für die Personal-Freunde unter Euch: Senkung der Frühfluktuation

9. Fefe kürt das Zitat des Tages:

Der Chaos Computer Club ist staatstragender und grundrechtsschützender als die Staatspartei CSU mit ihrem Staatstrojaner«, so SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann.

10. Avaaz hat mal wieder eine Petition, die es zu zeichnen lohnt: Stoppen Sie den Spion aus dem Computer

11. Wow…die Piraten werden nun offenbar Mainstream. :-) 1.000 neue Mitglieder pro Woche sind ne echte Ansage.

12. Spaß mit Siri :-) Ob’s das auch bald für den Mac gibt?

13. Bei Phoenix gab’s letzte Woche ein heitere Diskussionsrunde über den Staatstrojaner (danke für den Hinweis @ fefe). Wie bei der Besetzung zu erwarten war, hagelte es Facepalm-Vorlagen.

14. Am 15.10. wurde in Deutschland fleißig unter der “Occupy”-Fahne protestiert. In Köln zum Beispiel. Und im Rest Deutschlands war auch einiges los. Mehr davon!

15. Und jetzt: nom nom!

16. Die Totalüberwachung wächst weiter zusammen. Heute: Indect. Ich kann Euch gar nicht beschreiben, wie unfassbar wütend mich das macht!

17. Und hier mal wieder eine verblüffende Erfindung: künstliche Muskeln.

18. Eine Frage an die Gartenbesitzer unter Euch: braucht jemand eine Teichschale?

19. Ich bin Pirat. Du auch?

20. Die Tagesschau interessiert sich mal wieder für unsere Meinung. Diesmal über die Occupy-Bewegung. Mitboten!

21. Sehr empfehlenswerter Videomitschnitt eines Vortrags von Udo Vetter im Coworking Space Düsseldorf. Thema: Sicheres Publizieren im Internet und Pannen beim Staatstrojaner

22. CakePHP 2.0 ist erschienen. Für 1.3 gibt’s noch gute Tipps, um mit virtuellen Feldern zu arbeiten.

[ELENA] ePetitionen gegen den gläsernen Arbeitnehmer

Gleich zwei ePetitionen gegen ELENA (elektronischer Entgeltnachweis) stehen dieser Tage im ePetitions-System des Deutschen Bundestages bereit.

Nr. 1 fordert die komplette Abschaffung von ELENA:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen,
dass die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird.

Begründung

Es werden unzulässig Daten erhoben, die weit über den ursprünglichen Sinn des Gesetzes hinausgehen.
Zum Beispiel werden Streik- oder Aussperrungszeiten gespeichert, die Arbeitgeber müssen Abmahnungs- und Kündigungsgründe angeben.
Dem Sinn des Gestzes widerspricht schon der 2 jährige Aufbau einer Datenbank, die auch mit erheblichem Aufwand der Arbeitgeber verbunden ist.
Von der beabsichtigten Kostenersparnis kann keine Rede sein, es werden millionenfach Daten erhoben, die nie benötigt werden,
da die meisten Bürger – aus welchen Gründen auch immer – weder Wohngeld, Eltergeld oder Arbeitslosengeld beantragen.
Nach meiner Meinung wurde mit diesem Gesetz das Recht auf informationelle Sebstbestimmung verletzt.

Nr. 2 hingegen fordert lediglich Nachbesserungen:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen …
das die Speicherung und Datensammlung der Art der Fehlzeiten der Arbeitnehmerdaten im sogenannten ELENA-Verfahren nochmals überarbeitet und überdacht werden.

Begründung

Es geht kein Finanzamt und keine Krankenkasse an, wenn ich zu spät zur Arbeit komme, wenn ich streike, wenn ich unbezahlten Urlaub nehme und so weiter.
Ich fühle mich als Bürger total gläsern und total vom Staat überwacht. Desweiteren zweifle ich an, ob dieses Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht stand hielte.
Folgende Daten müssen meines erachtens nach NICHT an die genannten Behörden/Körperschaften übertragen werden:

Art der Fehlzeit
05 = unbesetzt
10 = unbezahlter Urlaub
11 = unbezahlte Fehlzeit (z.B. unentschuldigtes Fehlen/
Arbeitsbummelei/Wochenende oder Feiertage ohne Entgelt/
Pflege eines kranken Kindes ohne Kranken- oder Verletztengeldbezug/
kurzzeitige Arbeitsverhinderung wegen Pflege)
12 = unrechtmäßiger Streik
13 = Aussteuerung
14 = rechtmäßiger Streik
15 = Aussperrung
16 = unwiderrufliche Freistellung ohne Weiterzahlung des Arbeitsentgeltes

Bundes-API

Gerade rieselte in der NRW-Piratenliste eine Mail an mir vorbei, die mich aufblicken ließ und mir den Gedanken

geniale Idee

durch den Kopf schießen lies.

Ein gewissen Daniel Schultz (über den ich dank 45.800 Google-Treffern nichts konkretes herausfinden konnte) hat eine ePetition eingereicht, die die Einrichtung einer – ich nenne sie mal so – Bundes-API vorschlägt. Sinn und Zweck soll eine Softwareschnittstelle sein, über die fachlich versierte Bürger offene Daten (z.B. Wahlergebnisse, öffentliches Abstimmverhalten, Status von Gesetzgebungsverfahren, etc.) beziehen und weiterverarbeiten können.

Ich zitiere Euch einfach mal den Petitionstext, da steht’s genauer drin:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge eine API (Application Programming Interface) für sämtliche im Zusammenhang mit dem demokratischen Prozess erhobenen Daten bereitstellen, um so die Transparenz zu erhöhen.

Begründung

Daten wie z.B. Wahlergebnisse auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene, Statuszustände von Gesetzesvorhaben, Abstimmungsverhalten von Abgeordneten bei öffentlichen Abstimmungen, alle öffentlich zugänglichen Daten, die bereits im demokratischen Prozess erhoben werden, sollten über eine moderne und standardisierte Schnittstelle programmatisch abrufbar sein. Es soll technisch versierten Bürgern möglich sein, die Daten für Softwareentwicklung zu nutzen, weiterzuverarbeiten und in aufbereiteter Form wieder zu veröffentlichen. Damit könnte die Transparenz unserer Demokratie erhöht werden und eine Partizipation am demokratischen Prozess unterstützt werden. Die um die API entstehende Software wird dem Bürger den Zugang zu diesen Informationen erleichtern.

Die erfolgreiche Eingabe von Petitionen über den Petitionsserver des Deutschen Bundestags und die hohe Zahl an Mitzeichnern bei den einzelnen Petitionen haben gezeigt, dass der Wille zur Partizipation in der Bevölkerung vorhanden ist. Daher sollte sich der Deutsche Bundestag entschließen durch geeignete Maßnahmen, die Bereitstellung von Daten in moderner Form kann eine dieser Maßnahmen sein, diese positive Entwicklung zu fördern.

Ganz im Sinne des gläsernen Staates finde ich die Idee klasse, wenn auch technisch sicher nicht ganz trivial (aber machbar). Das würde unser Land in Puncto Transparenz ein weites Stück vorwärts bringen.
Wenn Ihr die Idee auch unterstützen möchtet, zeichnet einfach die Petition mit.

Mission 100.000 erfüllt!

Saubere Arbeit, Jungs und Mädels!

Ein historischer Moment (dass ich das noch erleben darf :-) ):

Die 100.000-Mitzeichner-Marke der ePetition wurde so eben durchbrochen!!!

Bitte nicht wundern, dass das auf der Startseite nicht direkt zu sehen ist. Die Information auf der Startseite wird wohl nur zeitversetzt aktualisiert. Aktuell hingegen ist die Mitzeichnerliste:

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Noch 72 Stunden!

In 72 Stunden läuft die Mitzeichnungsfrist der ePetition gegen die Internetzensur aus.

Netzpolitik (und dem schließe ich mich an) bittet darum, jeder Mitzeichner möge bis kommenden Mittwoch wenigstens einen Bekannten, Freund, Familienangehörigen oder Kollegen überzeugen, die Petition zu unterzeichnen, damit wir die magische Grenze von satten 100.000 Mitzeichnern durchbrechen können.

Den Artikel von Netzpolitik verlinke ich einfach mal ohne weiteren Kommentar.

Auf, auf! Endspurt…die 100k packen wir noch!

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