Twitter in der Unternehmenskommunikation

Gestern lauschte ich mal wieder den hochinteressanten Ausführungen von Chaos Radio Express, konkret #129 [1]. Titel:  Globales Dorf – Rechtsfreier Raum?

Zu Gast bei Tim Pritlove war Udo Vetter, seines Zeichens Autor des law blog.

Die ganze Sendung kann ich nur empfehlen, da sie umfassend über das Internet und das Recht rund um das Internet aufklärt (und dabei sehr deutlich macht, dass es eben KEIN rechtsfreier Raum, sondern sehr stark reglementiert ist).

Lange Rede, kurzer Sinn. In der Diskussion kam auch Twitter [2]zur Sprache. Unter anderem in Verbindung mit dem Thema Unternehmenskommunikation. Da ich ja grundsätzlich neuen Ideen sehr offen und unbefangen gegenüber stehe, nahm ich die Bemerkung zum Anlass, mal nach einem Tool zu suchen, das eine Art Twitter innerhalb eines Unternehmens, bzw. in dessen Intranet ermöglicht.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Echtzeitkommunikation zwischen allem Mitarbeitern weltweit
  • breite Streuung (theoretisch kann jeder im Unternehmen mitlesen, was man selber schreibt)
  • Direkte Möglichkeit zum Feedback
  • schnelle Verbreitung von Informationen

Kurzum: ich sehe in einem “Business-Twitter” einen echten Mehrwert, wenn es richtig eingesetzt wird. Diese Art von direkter Kommunikation kann keine Wissensdatenbank abdecken, da das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter quasi direkt abgerufen werden kann (so sie denn antworten).

Ein Beispiel:

Ich sitze an einem Problem im Büro, sagen wir mal, ich bekomme eine Excel-Tabelle nicht so formatiert, wie ich es gern möchte, weil ich eine bestimmte Funktion nicht finde. Darauf hin twittere ich mein Problem ins “Business-Twitter” und jeder, der meine Nachrichten liest, kann darauf antworten.
Gerade in großen Unternehmen findet sich mit Sicherheit ein Kollege, der eine Antwort auf meine Frage kennt. Und dieser Kollege kann natürlich irgendwo auf dem Globus sitzen, ohne dass ich auch nur seinen Namen kenne. Und binnen Minuten ist das Problem gelöst.

Zurück zu meiner Suche.

Im Netz wurde ich dann fündig. Yammer [3] ist ein Internetdienst, der sich speziell an Unternehmen richtet, die Twitter für geschlossene Benutzergruppen nutzen wollen. Zwar kommt nicht direkt Twitter als solches zum Einsatz, das Prinzip ist aber ähnlich. Meldet man sich mit seiner Unternehmens-eMail-Adresse dort an, sucht Yammer automatisch Kollegen mit der gleichen Adresse/TLD und bietet die Möglichkeit an, diesen zu folgen. Fortan kann man über ein Webinterface oder eine Adobe Air Applikation (oder das iPhone) twitter-artige Nachrichten senden, die den Followern zur Verfügung gestellt werden.
Über das Gruppen-Feature lassen sich zudem eigene Gruppen definieren, die z.B. spezielle Themen behandeln.

Zu guter Letzt bietet Yammer umfangreiche Einstellmöglichkeiten für das eigene Profil. So kann man sich beispielsweise bei neuen Nachrichten per SMS, Instant Messanger, eMail oder sogar über ein eigenes Firefox-Plugin benachrichtigen lassen. Daumen hoch!

Fazit

Bisher überzeugt mich der Dienst durchaus, zumal die Nachrichten per SSL verschlüsselt ausgetauscht werden. Das einzige Problem, was ich wie bei allen gehosteten Applikationen sehe, ist der Datenschutz. Wer garantiert mir, dass die getwitterten Inhalte geheim bleiben? Gerade bei der Unternehmenkommunikation ein heikles Thema…

[Update]

Es lassen sich sogar Attachments an die Tweets anhängen…

[Update #2]

CoTweet scheint auch ein solches Business-Twitter zu sein… hab allerdings noch keine Erfahrungen damit.  Das Abenteuer Leben hat aber wohl schon mal getestet

Externe Links
[1] http://chaosradio.ccc.de/cre129.html
[2] http://twitter.com/
[3] https://www.yammer.com/
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