I Care-O-bot?

Grundsätzlich stehe ich technischen Neuerung, die unser Leben leichter oder schöner machen sehr wohlwollend gegenüber. Was mich jedoch, nicht zuletzt durch Hollywoodstreifen wie I Robot, A.I. oder Matrix, skeptisch gegenüber dieser neuen Robotergeneration stimmt, sind die Menschen, die solche Maschinen programmieren. Aus Erfahrung als Softwareentwickler kann ich sagen, dass sich zwangsläufig bei großen Softwareprojekten Fehler einschleichen, die zum Teil fatale Folgen haben können und vorher nicht absehbar sind, da die Rahmenbedingungen einfach nicht simulierbar sind, bzw. nicht jeder Fall bedacht wurde. Kurzum: Menschen machen Fehler, die sich folgerichtig auf dessen Produkte auswirken (können).

Warum also sollte ich mir einen Care-O-bot ins Haus stellen, dass über mehr und bessere Sinnesorgane verfügt als ich, von fremden Menschen programmiert wurde und zudem noch über Greifarme verfügt? Klar, so ein 1,40 Meter kleiner Wicht, der meinen Tisch wischt, mir das Abendessen bringt oder den Boden putzt hätte ich auch gerne und ich will nicht den Teufel an die Wand malen.

Aber: was, wenn Murphy’s Law zuschlägt?

Ein zugegeben konstruiertes und vielleicht auch etwas paranoides Szenario, aber versuchen wir es mal.

Also, besagter Care-O-bot (oder welcher Robbi auch immer) saust durch mein Haus und tut, was er soll. Mich bei Haushaltsaufgaben unterstützen. Eines Tages setzt durch einen Softwarebug oder Hardwaredefekt seine Sensorik aus und er kann nicht mehr feststellen, wie stark sein Greifarm zudrückt. Im besten Fall sind Sicherheitsmechanismen implementiert, die den Robbi abschalten. Im Falle Murphy’s allerdings greift sich der Robbi eine Flasche und zerdrückt sie. Scherben. Okay. Alles noch nicht so schlimm. Was aber, wenn ein solcher Robbi bewusst umprogrammiert wird. Von einem eingeweihten Programmierer, der böses im Schilde führt?
Wäre ein solcher Metallhaufen dann in der Lage, einen Mord zu begehen? Ein Roboter mit meinem Küchenmesser in der Hand, macht mir ein paar Kopfschmerzen.

Okay, genug der Schwarzmalerei. Alles rein hypothetisch. Aber theoretisch doch denkbar. Daher sollten wir technischen Neuerungen zwar offen begegnen, sie aber trotz allem kritisch hinterfragen.

Apropos hinterfragen: ab welchem Zeitpunkt würde ein Roboter eigentlich Bürgerrechte erhalten? Wenn seine KI unser Denkvermögen überschreitet? Trotz seeeehr viel Science Fiction in diesem Beitrag werden wir uns früher oder später Gedanken über diese Themen machen müssen. Besser zu früh, als zu spät.

In diesem Sinne: ich freue mich auf die technischen Möglichkeiten der Zukunft, werde sie aber stets mit einem wachsames Auge begleiten. ;-)

Nichts zu verbergen? – Teil 1

Wie oft habe ich es in den letzten Monaten hören müssen? “Ich habe doch nichts zu verbergen, sollen “sie” doch meine Daten speichern.” Oft habe ich Verwandten- und Bekanntenkreis Diskussionen zum Thema Vorratsdatenspeicherung und Datenschutz geführt, meist mit dem gleichen Ergebnis: Es ist einem Großteil der Leute völlig egal, wenn sie auf Schritt und Tritt verfolgbar sind. Horrorvisionen wie diese werden als unrealistisch und völlig überzeichnet abgetan. Dem ist im vorliegenden Beispiel leiden nicht so. Im Prinzip liegen all diese Daten heute schon über jeden von uns vor, wenn auch nicht so kompakt zusammengefasst. Technisch ist das jedoch schon lange keine Zauberkunst mehr.

Was, wenn diese Daten in die falschen Hände fallen?

Was die falschen Hände sind, möge jeder für sich entscheiden, für mich sind es insbesondere Megakonzerne, die Musik- und Filmindustrie, aber auch viele unserer Politiker, die keinen Schimmer von dem haben, was sie da gerade entscheiden, zumal sie noch nicht einmal wissen, was eigentlich ein Browser ist. Und Ihr wollt objektiv über die Verwendung und Vernetzung meiner privaten Daten entscheiden?

Wer sich nun aber noch immer sagt, er habe doch nichts zu verbergen, der schaue sich diese Grafik und diesen Fragebogen an.

Habt Ihr wirklich NICHTS und vor NIEMANDEM zu verbergen?

Warum schließt Ihr dann die Tür, wenn Ihr zur Toilette geht…?

Der Sommerzeitwahnsinn

Also ich kann den ganzen Aufstand um die Verwirrung der inneren Uhr ja nicht so ganz nachvollziehen. Zweimal im Jahr muss ich quer durch’s Haus rennen und allen Nicht-Funkuhren die neue Uhrzeit mitteilen. Was für ein Spaß. Doch des öfteren vernahm ich in den letzten Tagen Aussagen, die von der Verwirrung der inneren Uhr sprachen. Von einem potenziell höheren Unfallrisiko beim Autofahren, von durchschnittlich müderen Menschen innerhalb der ersten vier Wochen nach der Zeitumstellung.

Kann eine Stunde solche Effekte haben?

Ich kann da nur von mir sprechen…mir fällt die Zeitumstellung fast nicht auf, außer dass es morgen früh nach dem Aufstehen plötzlich schon sehr spät sein wird.

Aber vielleicht tritt dieses Phänomen ja erst ab 30 auf oder so?

Hm, aber wer weiß? Vielleicht ist da ja wirklich was dran?! Mag man der Wikipedia Glauben schenken, so gibt es doch tatsächlich wissenschaftliche Studien darüber, die behaupten, dass es bei der Sommerzeitumstellung, die nun ansteht, bis zu 4 Monate dauern kann, bis der Hormonhaushalt wieder “richtig tickt”. Bei der Winterzeitumstellung allerdings nur knapp 2 Wochen.

Sollte dem also so sein, dann stelle ich mal die Theorie in den Raum, dass die Zeitumstellung nicht dem Energiesparen und erhöhen der Produktivität, geschweige denn einem gesteigerten Wohlgefühl durch mehr Tageslicht dient, sondern eine Erfindung der DST-Connection (Daylight saving time connection) ist, die durch die in der Umstellungszeit entstandenen Schäden massenhaft Gewinne abschöpft.
Profitieren tun davon natürlich die Reparaturwerkstätten, die Krankenhäuser, Autoversicherungen (die dann nach Unfällen die Prämien erhöhen können), Hauptdrahtzieher ist aber ganz klar die Kaffeeindustrie, die sich mit müden Menschen eine goldene Nase verdient. ;-)

Ne, aber jetzt mal im Ernst: Ich plädiere für eine probeweise Abschaffung der Zeitumstellungen, die eigentlich alles nur komplizierter statt einfacher macht und trotz Funkuhrtechnologie regelmäßig Arbeitnehmer zu spät oder zu früh zu Terminen erscheinen lässt.

In diesem Sinne…vergesst nicht, heute Nacht die Uhren eine Stunde vorzustellen…

Deutschlands Renten…

…sind ja eh schon fraglich, wenn ich dann mal irgendwann in Rente gehen darf (falls überhaupt).

Die bunten Hochglanzprospekte der Versicherungen bieten immer neue Angebote, wie ich bestmöglich meine Rente sichere und – was natürlich verschwiegen wird – möglichst viel meines sauer verdienten Geldes in die Kassen der Kapitalmonster transferiere.
Dass derartige Praktiken in der Vergangenheit mitunter seltsam anmutende Blüten getrieben hat, dürfte bekannt sein. Doch was sich die Handelskette PLUS da wieder hat einfallen lassen, macht mich stutzig.

Zusammen mit anderen Branchenriesen wie Germanwings, Sixt, T-Home, AOL, etc. (die Liste lässt sich noch weiterführen) veranstaltet PLUS da eine Art Payback 2.0, um nicht zu sagen Rente 2.0. Oder um direkt mal ein Wort dafür aus der Wiege zu heben: PaySion (Payback, Pension).

Das Prinzip ist bekannt:
Kunde kauft ein, bekommt Punkte. Statt einer Bratpfanne bekommt er später (so er denn dann noch lebt) eine Zusatzrente ausgezahlt.
Doch, damit sich das Ganze für die Unternehmen auch lohnt, zahlt der willige Kunde mindestens 19,90 € pro Monat in eine klassische Rentenversichung, die als Basis dient.
Durch die mitgelieferte Kreditkarte und Einkäufe bei den Partnern erhält der Kunde Zusatzpunkte, die später eben aufsummiert werden.

Sieht auf den ersten Blick witzig aus, nicht zuletzt wegen der Klicki-Bunti-Bilder auf der Webseite der Deutschlandrente.

Schaut man genau hin, ist es nur wieder ein weiteres Bonusprogramm, das die aktuelle Angst um unsere Renten gekonnt ausschlachtet, gleichzeitig damit noch Geld verdient und zusätzlich ein lebenlang das Kaufverhalten der Kunden auf einem Silbertablett serviert bekommt. Clever! Was das für die Marktforschung bedeutet, kann man sich leicht an einer Hand abzählen. Personalisierte Käuferprofile, die altersabhängig ausgewertet werden können und den Absatz der Anbieter noch weiter steigert.

Wie bei allen Bonusprogrammen stellt sich auch hier wieder die Frage nach dem Preis, den ein jeder Kunde dafür zahlt, dass er später ein paar Euro mehr in der Tasche hat. Ich versuche es mal aufzudröseln:

- er (das sei geschlechtsneutral verstanden) gibt sein Kaufverhalten über eine lange Zeit preis
- er bindet sich an eine Rentenversicherung, dessen angepriesene Renditestärke erstmal im Raum steht, aber erst nach Ablauf objektiv betrachtet werden kann
- über die Kreditkarte begibt er sich in die Gefahr, den Überblick über die Ausgaben zu verlieren
- desweiteren zeigt die jüngste Vergangenheit, dass Kreditkartendaten gerne mal missbraucht werden

Letztlich ist zu vermuten, dass jeder einzelne besser damit beraten ist, in andere und seriösere Altervorsorgen zu investieren, da schon bei Payback (und wie sie alle heißen) jeder Kunde draufzahlt und nur einen Bruchteil davon von Payback zurückbekommt. Das sich diese Programme nicht lohnen, ist logisch, nur leider noch nicht überall angekommen. Fleißig sammelt die Republik Punkte für Dinge, die eigentlich kein Mensch braucht und liefert noch wertvolle Daten über das Gekaufte.

Und auch die Deutschlandrente wird ein Erfolg! Es ist innovativ, keine Frage. Was dahinter steckt, fragen sich die wenigsten. Oder es ist ihnen egal. Von diesen “Egalos” habe ich leider zu viele in meinem Bekanntenkreis. Und solange sich Menschen mit Treuepunkten kaufen lassen, werden sie ohne mit der Wimper zu zucken privateste Daten veräußern, ohne es auch nur mitzubekommen.

Willkommen in der schönen neuen Welt von PaySion!

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