[Kurztest] 280 Slides – Keynote-Präsentationen webbased
Intentionen
Ich bin ja ein großer Freund von web-basierten Diensten, jedoch auch soweit besorgt über die ungewollte Nutzung meiner Daten, dass ich keine sensiblen Daten in solche Dienste hochlade.
So oder so war ich auf der Suche nach einem Tool, mit dem man einfach online Präsentationen zusammenschrauben, aber vor allem auch zeigen kann. Einfach, um überall auch ohne lokale Softwareinstallation und plattformübergreifend mal ein paar Folien zeigen zu können.
Da mein Leidensdruck in dem Thema nicht allzu hoch war, stieß ich eher zufällig auf 280 Slides…
Was ist 280 Slides?
Platt gesagt: ein Web 2.0-Dienst.
Genauer: ein Online-Dienst, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Apples Keynote im Web abzubilden und kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Im schicken Apple-Look kommt zunächst die Startseite daher und läd in großen (englischsprachigen) Lettern zum kostenlosen Testen ein. “Testen” deshalb, weil man nicht gezwungen wird, einen Account anzulegen. Dieser wird erst erforderlich, möchte man seine eigens zusammengeklickte Präsentation speichern, ein für mich nachvollziehbares und faires Verhalten.
Und dann geht’s auch schon los:
Wollen Sie…
- …eine neue Präsentation anlegen?
- …eine gespeicherte Präsentation öffnen (verständlicherweise nur nach Login möglich)?
- …eine existierende Präsentation importieren?
- …einen Rundgang durch die Software machen?
Wir erstellen eine Präsentation
Na, für den Anfang legen wir doch erst einmal eine neue Präsentation an. Obwohl angemerkt sei, dass im Test der Import einer normalen PPT-Datei (2 Folien) reibungslos funktionierte, jedoch ca. 2 Minuten in Anspruch nahm – möglicherweise lag das aber an meiner heute etwas holprigen Netzanbindung.
Bevor wir die Folien mit jeder Menge Foo füllen können, braucht unsere Folie ein Layout. 9 Standardlayouts bietet 280 Slides von Hause aus, nicht sehr viel, für den Anfang aber ausreichend. Umgehen lässt sich diese Problematik durch den Import einer eigenen Präsentation (PPTX, PPT oder ODP ).
Nach der Wahl des Layouts kann es auch schon losgehen.
Wie man es aus anderen Tools gewöhnt ist, legt man sich neue Folien mit verschiedenen Grundlayouts an, füllt sie mit Text, hinterlegt Notizen, erstellt Form-Elemente (Shapes) und baut Bilder oder Filme ein.
Letztere Punkte bieten noch ein paar nette Features:
Per Websuche oder Bibliothek lassen sich Bilder bequem suchen und einbinden. Welche Quelle für die Websuche herangezogen wird, erschloss sich mir jedoch nicht.
Per Schieberegler regelt man die Transparenz, per Icon direkt am Objekt lässt sich selbiges drehen und wenden, Text im Format verändern und einfärben. Ganz, wie man es aus Offline-Applikationen kennt.
Hat man sich doch entschlossen, einen Account anzulegen (hierfür ist lediglich die eMail-Adresse und ein Passwort notwendig), kann man ohne die Registrierungsmail bestätigen zu müssen sofort die aktuellen Folien speichern.
Kommunikationsfreudig
Wem das reine Online-Speichern dann doch zu unsicher ist, der hat noch die Möglichkeit, seine mühsam zusammengeklicken Folien lokal zu exportieren. Angeboten werden die Formate PPTX, PPT, ODP und PDF.
Wem das noch nicht reicht, dem bietet 280 Slides noch folgende Share-Optionen, ohne jedoch auf die Social Media-Schiene zu geraten:
- veröffentlichen über SlideShare
- versenden einer PowerPoint-Datei per eMail
- erstellen eines Perma-Links, bzw. Embed-Code für die Integration in Webseiten
Im Hinblick auf unterwegs gehaltene Präsentationen und die häufig gestellte Frage “Kannst Du mir die Slides mal schicken?” machen diese Features absolut Sinn und funktionieren schnell und problemlos.
Film ab!
Neben allen Features habe ich Euch den wichtigsten und grundlegendsten Punkt bislang unterschlagen: die Präsentation der Folien.
Ganz im bekannten Stil lassen sich die Folien über den Button “Present” in den Vortragsmodus versetzen und bequem per Maus oder Tastatur steuern. Im Fullscreen-Modus des Browsers fällt der Unterschied zu herkömmlicher Software im Prinzip nicht auf.
Was 280 Slides nicht kann…
Die einen hassen sie, die anderen können gar nicht genug davon bekommen: Animationen und Folienübergäng. Definitiv ein Reizthema, das für ständige Diskussionen und Würgereize sorgt.
Diesen Diskussionen entzieht sich 280 Slides ganz clever: es unterstützt sie einfach nicht.
Mich persönlich stört das wenig, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Fazit
Für Optikfetischisten, die Wert auf Effekthascherei legen, ist dieses Tool sicher nicht empfehlenswert, soviel sollte klar sein.
Dennoch lassen sich selbstgestrickte Dateien weitestgehend schmerzfrei importieren, eine Nachbearbeitung war in meinem Test allerdings bei Umlauten notwendig, da diese nicht korrekt dargestellt wurden.
In Sachen Datensparsamkeit agieren die Anbieter (zumindest vordergründig) vorbildlich, dennoch würde ich mangels klarer Datenschutzverhältnisse auf die Verwendung sensible Daten verzichten.
Alles in allem macht 280 Slides einen guten, schlanken und stabilen Eindruck, lässt sich intuitiv bedienen und ist für unterwegs genau das Richtige.


