Podcasts: Chaos Radio Express & al-Qaida

Wusstet Ihr, dass al-Qaida übersetzt unter anderem “Datenbank” bedeutet?
Es war mir bis heute nicht bewusst, dass al-Qaida mutmaßlich ein erfundener Begriff ist (von wem auch immer), um “das potenziell Böse”, dem allumfassenden “internationalen Netzwerk des Terrorismus” einen griffigen Namen zu verpassen und damit eine Wir-Die-Abgrenzung schaffen zu können.
Also, Wir (die Guten) und Die (die Bösen, in diesem Fall mit der Begrifflichkeit “al-Qaida” belegt).
Dieses Beispiel sei nur als eines von vielen angeführt, denn derartige “Kampfbegriffe”, die eine kollektive Angst auf etwas oder jemanden zu fokussieren in der Lage sind, gibt es in der heutigen Welt viele.

Gehört habe ich das Ganze in Chaos Radio Express #81 zum Thema “Neusprech im Schnüffelstaat”. Der bewusst an 1984 angelehnte Titel der Sendung macht es bereits deutlich: diese Sendung zerlegt Äußerungen von Politikern und anderen Befürwortern von Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung, etc. in alle Einzelteile und zeigt auf, wie wenig wirklich argumentiert wird. Viel mehr wiedersprechen sich Aussagen im gleichen Satz oder lenken vom eigentlichen Thema ab – nennen wir es an dieser Stelle mal Politsprech.

Hört mal in die Sendung rein, die gerade zum Ende hin noch ein echtes Bonbon für Wolfgang-Fans bereithält.

Wohl bekomm’s!

Datenschutz-Manifest des CCC

Der Chaos Computer Club (CCC) nahm gestern den aktuellen Datenmissbrauchskandal der Telekom zum Anlass für ein Manifest für den Datenschutz. In diesem 10 Punkte umfassenden Skript fordert der CCC neben der sofortigen Beendigung der Vorratsdatenspeicherung auch “drakonische Strafen” für “[...]das Zusammenführen verschiedener Datenbestände[...]“, das “[...]tiefgreifende Einblicke in das Leben jedes Einzelnen[...]” ermögliche und somit “[...]eine signifikante Gefahr für die freie Entfaltung der Persönlichkeit[...]” darstelle. Des Weiteren fodert der CCC tiefgreifende Änderungen im Umgang mit Daten, deren Schutz und Kontrolle durch jeden Einzelnen.

Hier kurz zusammengefasst die 10 Punkte:
1. Sofortiger Stop der Vorratsdatenspeicherung.
2. Vollständiger Verzicht auf die Erhebung und Aufzeichnung nicht benötigter Verbindungsdaten.
3. Rechtliche Sanktionierung und Einführung eines Schadenersatzanspruches für die Opfer der Datenverbrechen.
4. Persönliche Haftbarkeit von Vorständen und Geschäftsführern für Datenverbrechen ihres Unternehmens.
5. Uneingeschränktes sofortiges Auskunftsrecht der Bürger gegenüber Unternehmen bezüglich der über ihn gespeicherten Daten, deren Weitergabe und Verwendung.
6. Verarbeitung und Speicherung von Daten deutscher Bürger außerhalb des Geltungsgebietes des deutschen Datenschutzrechts nur mit aktiver Zustimmung des Betroffenen.
7. Kontrolle und Regulierung von privaten Schnüffelfirmen.
8. Die Position der Datenschutzbeauftragten muss gestärkt werden.
9. Datenschutz in Europa wirkungsvoll durchsetzen.
10. Schutz von Whistleblowern.

Mehr dazu im Manifest selber

An dieser Stelle möchte ich dem CCC meine vollste Zustimmung zu diesem Manifest aussprechen, wenngleich beim einen oder anderen Punkt der Teufel im Detail steckt. Zum Beispiel erhöhen gesonderte Kontrollinstanzen für den Datenschutz den Verwaltungsaufwand immens, obgleich es technische Lösungen hierfür gib.

Dennoch: diese Maßnahmen sind in Zeiten der Datensammelwut richtig und wichtig!

Der Schutz unserer Bürgerrechte hat an dieser Stelle oberste Priorität und darf nicht durch falsch verstandene Diplomatie und Unwissenheit der Politiker (technischer Art) gefährdet werden.
Ziel muss es auch sein, aufzuklären. Aufzuklären über die Folgen von Datenmissbrauch.
Mehr Informationen hierzu findet Ihr beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, die ausführlich über dieses Thema berichten.

Ihr findet das Manifest auch wichtig?
Dann berichtet davon! Schickt den Link an Eure Freunde, Familie und Kollegen, berichtet in Eurem Blog davon und macht auf die Problematik aufmerksam!

Wenn Ihr wissen möchtet, was Ihr sonst noch tun könnt, hört Euch die Audioversion von “Fight for your rights” (by netzpolitik.org @24C3) an. Sehr empfehlenswert!

Nichts zu verbergen? – Teil 1

Wie oft habe ich es in den letzten Monaten hören müssen? “Ich habe doch nichts zu verbergen, sollen “sie” doch meine Daten speichern.” Oft habe ich Verwandten- und Bekanntenkreis Diskussionen zum Thema Vorratsdatenspeicherung und Datenschutz geführt, meist mit dem gleichen Ergebnis: Es ist einem Großteil der Leute völlig egal, wenn sie auf Schritt und Tritt verfolgbar sind. Horrorvisionen wie diese werden als unrealistisch und völlig überzeichnet abgetan. Dem ist im vorliegenden Beispiel leiden nicht so. Im Prinzip liegen all diese Daten heute schon über jeden von uns vor, wenn auch nicht so kompakt zusammengefasst. Technisch ist das jedoch schon lange keine Zauberkunst mehr.

Was, wenn diese Daten in die falschen Hände fallen?

Was die falschen Hände sind, möge jeder für sich entscheiden, für mich sind es insbesondere Megakonzerne, die Musik- und Filmindustrie, aber auch viele unserer Politiker, die keinen Schimmer von dem haben, was sie da gerade entscheiden, zumal sie noch nicht einmal wissen, was eigentlich ein Browser ist. Und Ihr wollt objektiv über die Verwendung und Vernetzung meiner privaten Daten entscheiden?

Wer sich nun aber noch immer sagt, er habe doch nichts zu verbergen, der schaue sich diese Grafik und diesen Fragebogen an.

Habt Ihr wirklich NICHTS und vor NIEMANDEM zu verbergen?

Warum schließt Ihr dann die Tür, wenn Ihr zur Toilette geht…?

Vertrauen Sie Wahlcomputern?

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