Apple Mail schweigt still (doch brachte ich ihm das Sprechen bei)

Frisch zurück aus den Umstellarbeiten vom alten IBM T41 samt Ubuntu Linux auf das neue MacBook Pro (der Weggang von der OpenSource-Software Linux schmerz schon sehr, wird aber durch ein “Mann, ist das einfach gelöst”-Gefühl zum Teil gelindert), tauchte nach einer knappen Woche der Nutzung und anhaltender Begeisterung über die Simplizität des gesamten Geräts das erste Problem auf, das ich bislang noch nicht zu lösen vermochte.

Das Problem

Als erstes richtete ich mir die Mail.app ein inklusive 5 altmodischen POP3-Postfächern mit jeweils unterschiedlichen Servern. Dabei waren GMX, Domaingo und Flatbooster.
Wie sich beim Versuch des Mail-Verschickens über einen SMTP-Server von Flatbooster herausstellte, verweigert die Mail.app das Versenden und verkündet nach einigen Minuten, ich solle doch mal die Verbindung zum SMTP-Server prüfen.
Gesagt, getan…wer weiß schon, ob ich den kryptischen Benutzernamen samt Passwort wirklich richtig angegeben habe und ob der Mail-Server korrekt notiert ist. Beides war aber korrekt. Daher erscheint es auch nur allzu logisch, dass ein Versenden von allen drei Flatbooster-Konten nicht möglich war, bzw. noch immer ist.

Die Fehlersuche

Die Suchmaschine meines geringsten Misstrauens brachte mich immerhin soweit, dass möglicherweise die Mail.app buggy (fehlerhaft) sei, was mir bei meinem Problem allerdings nicht wirklich half, zumal die Probleme den Suchergebnissen nach zu urteilen gehäuft bei Mail-Servern von T-Online, Arcor und AOL auftreten.

Dennoch versuchte ich mein Glück mit den in vielen Foren angepriesenen Versuchen des Konto-Löschens und -Neuanlegens -  ohne Erfolg. Auch das Löschen der Outbox-Datei half nichts.
Langsam zweifelte ich dann doch an meiner Internetverbindung und testete daher den Mailversand über besagte Flatbooster-Konten mit dem Mozilla Thunderbird. Und siehe da: die Mails wurden anstandslos verschickt (und kamen sogar umgehend an!).

Große Ratlosigkeit

Sollte Apple wirklich einen derart krassen Bug in die Mail.app gebaut haben? Wenn ja, wann wird der behoben? Falls nein…ist dieses Problem anderweitig lösbar?

Für eine dauerhafte Nutzung der “Übergangslösung” mit Thunderbird fehlt mir ehrlich gesagt das Verständnis, insofern:

Die Suche geht weiter…

Lieber Apple-Support…ich werde Euch und Eure Kompetenz in nächster Zeit testen (es sei denn, einer meiner Leser hat spontan die erleuchtende Lösung parat?!)

Fortsetzung folgt…

[Update]
Wow, mit einem so schnellen Erfolg hätte ich nicht gerechnet – und das ganz ohne jeglich Support.
Ich begab mich heute noch einmal in die Weiten der weltweiten Wundertüte und stieß dabei auf das Forum von MacUser.de. Genau dort fand sich ein Eintrag, der die Lösung meines Problems beinhaltete:

Foreneintrag: Mail empfängt, aber sendet nicht...

Foreneintrag: Mail empfängt, aber sendet nicht...

Mensch Max, Du bist mein Retter! Danke!

Der Punkt war also folgender:

Die SMTP-Server von Flatbooster mögen offenbar den Authentifizierungsversuch per Passwort durch die Mail.app nicht, obwohl es in der FAQ von Flatbooster anders zu lesen ist. [Nebenbei: Das Ganze klingt für mich stark nach Open Relay, obwohl ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen kann - oder???]

Des Rätsels Lösung bestand nun darin, die SMTP-Authentifizierung von “Passwort” auf “ohne” umzuschalten und siehe da: ich kann jetzt Mails verschicken. Ist das der Hammer?! ;-)

Bildschirmfoto SMTP-Config Mail.app

Bildschirmfoto SMTP-Config Mail.app

<Zynismus an>

Gut, verschlüsselt werden die nun nicht übertragen, aber seit das Briefgeheimnis für eMails in Deutschland nicht mehr gilt, kann ja eh jeder dahergelaufene BKA-Beamte in seiner Mittagspause unsere Mails mitlesen, sobald die Mail beim Gegenüber angekommen ist…

</Zynismus aus>

Ich hoffe, dem einen oder anderen kann mein kleines Mail.app-Abenteuer ebenfalls zum glücklichen Mailversand verhelfen.

In diesem Sinne…happy Mailing!

[Update 05.10.2009]

Sebastian hat in seinem Blog noch weitere Hinweise zu dem Flatbooster-Problem, inbesondere in Kombination mit dem iPhone.

[Memotoo] Sync mich oder ich beiß’ Dich

Memotoo

Dank Sebi (dankeee!) stieß ich in der letzten Woche auf einen Dienst namens Memotoo.

Der Werbeslogan “Greifen Sie von jedem Internet-PC auf Ihre persönlichen Daten zu” sagt eigentlich schon alles. Wie MobileMe von Apple, ist Memotoo ein Service, über den Ihr Handys, PC’s und PDA’s problemlos syncen könnt. Dabei arbeitet Memotoo mit SyncML und HTTP (HTTPS gibt’s in der Premium-Version für 12 Euro / 12 Monate – bequem bezahlbar per PayPal).

Verarbeitet werden:

  • Kalenderdaten (iCal) – leider nur 1 Kalender möglich, aber spezielle Verarbeitung von Geburtstagen, die aus den Kontaktlisten stammen
  • Kontakte
  • Notizen
  • Aufgaben
  • Favoriten (ob die synchronisiert werden, konnte ich noch nicht testen – das Protokoll unterstützt die Verarbeitung, mein Handy kann das aber nicht)
  • Dateien (ob die synchronisiert werden, konnte ich noch nicht testen – das Protokoll unterstützt die Verarbeitung, mein Handy kann das aber nicht)
  • eMails (ob die synchronisiert werden, konnte ich noch nicht testen – das Protokoll unterstützt die Verarbeitung, mein Handy kann das aber nicht)

Der Umfang der Synchronisation hängt natürlich maßgeblich von den Clients ab, eine Liste mit den kompatiblen Geräten und Programmen bietet Memotoo aber an.

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Doku

Ebenfalls gut dokumentiert ist die Einrichtung des Sync-Interfaces bei den einzelnen Clients. Egal ob Evolution, Thunderbird, Apple Mail, Google Mail, Outlook oder Handy, für alle steht detailliert und bebildert beschrieben, wie die Einrichtung zu erfolgen hat.

Und so erstaunt es auch nicht, dass die Einrichtung meiner Infrastrutur, bestehend aus einem Nokia N78, einer Evolution- und einer Thunderbird-Installation binnen kürzester Zeit erledigt war. Mein Acer N300 PDA habe ich noch nicht angeschlossen, was aber mehr daran liegt, dass das Gerät in 90% der Fälle schon beim Booten abstürzt – das ist noch so  eine andere Baustelle…

Seither kann ich problemlos meine anfallenden Daten syncen und auf allen Clients up-to-date halten. Sei es per WLAN oder WAP (zweiteres könnte auf Dauer aber sehr ins Geld gehen).

Web-Interface

Auch eine Pflege bei Memotoo direkt ist kein Problem. Mit der überaus schicken AJAX-Oberfläche macht das Arbeiten Spaß, lediglich an einigen Stellen fehlt mir eine Drag’n'Drop-Funktion, z.B. beim Einordnen von Kontakten in Gruppen. Will man das über das Web machen, muss man den anstrengende Weg in jeden einzelnen Kontakt nehmen, dort die Gruppen zuordnen und dann speichern/schließen. Das geht schöner.

Features

Die genaue Feature-Liste samt Video gibt’s hier.

Support

Der (leider nur englisch-sprachige) Support machte bis jetzt eine gute Figur und antwortete auf eine Anfrage prompt. So muss das sein. Viel mehr vermag ich darüber aufgrund der kurzen Nutzung noch nicht zu sagen.

API

Memotoo bietet über diverse API’s die Möglichkeit, eigenen Applikationen an Memotoo anzuschließen, gerade bei eigenen “Büro-Applikationen” mit Terminverwaltung durchaus ein nettes Feature:

  • Meine Lesezeichen :: Insert or update bookmark, or get your bookmarks with bookmarks.html file (DOCTYPE NETSCAP…
  • Meine Lesezeichen :: Insert or update bookmark, or get your bookmarks with XBEL file (XML Bookmark Exchange Lan…
  • Mein Kalender :: Insert, update, get or sync your calendar with iCalendar/vCalendar file (compatible with v…
  • Mein Adressbuch :: Insert or update contact, or get your address book with CSV file (Comma-separated values) …
  • Mein Adressbuch :: Get your address book into a CSV (Comma-separated values) file for Google Gmail
  • Mein Adressbuch :: Insert or update contact, or get your address book with LDIF file (LDAP Data Interchange F…
  • Mein Adressbuch :: Insert, update, get or sync your contacts with vCard file (compatible with vCard 1.0, 2.0,…
  • Meine Dateien :: Manage your files with webDAV protocol (Web-based Distributed Authoring and Versioning) ht…
  • Synchronisieren :: Sync your data (calendar, todo list, notes, and address book) with SyncML protocol (Synchr…
  • Synchronisieren :: Memotoo SOAP Web APIs allows easy access to manage your data (bookmark, bookmark’s folder,…

Kritikpunkte

Was jedoch noch für etwas Verwirrung sorgte, war die Kontakt-Update-Funktion, wie sie bspw. auch Web.de anbietet. Man schickt einem Kontakt einen Link mit der Bitte, seine Daten zu vervollständigen.
Eigentlich sollte der Aufruf dieser URL nur einmal möglich sein, um eventuellen Missbrauch zu verhinden. Bei Memotoo scheint ein Aufruf jedoch immer wieder möglich zu sein. Glücklicherweise erhält man dann bei jeder Änderung eine eMail – in der Hoffnung, dass kein Troll am Werk war.

Fazit (nach 4 Tagen Nutzung)

Bislang konnte ich keine gravierenden Kritikpunkte an Memotoo finden und bin mit der Synchronisation und dem Drumherum mehr als zufrieden. Um mehr als die 40 Einträge je Rubrik (z.B. Kontakte) nutzen zu können, habe ich dann prompt für die Premium-Version entschieden, nicht zuletzt, da ich seit Ewigkeiten auf der Suche nach einem Sync-Tool für meine Evolution bin.
Wer das Ganze also mal testen möchte: es gibt eine kostenlose Version mit eingeschränkten Eintragsmöglichkeiten und ohne HTTPS, die Premiumversion ist daher für den täglichen Einsatz eigentlich Pflicht.

Ach ja…solltest Ihr Euch für einen Premium-Account entscheiden und noch einen Monat gratis gewinnen wollen (“gewinnen” scheint hier gleichbedeutend mit “bekommen” zu sein), dann gebt bei der Anmeldung doch “Tobitobe” als Premium-Paten an…dann bekommt Ihr einen Gratismonat und ich auch (hab ich mit Sebi bereits erfolgreich getestet). ;-)

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