KiPo FAQ oder “Wie belüge ich das Volk schamlos und systematisch”
Heute schon die Kloschüssel umarmt? Nein? Bock drauf? Dann zieht Euch mal die KiPo FAQ des Familienministeriums (“Fragen und Antworten zu Zugangssperren im Internet (Access Blocking)”) rein.
Dermaßen viele Lügen, Halbwahrheiten, Manipulationen und Fehlinformationen pro Quadratzentimeter traue ich nicht mal der BILD zu.
Wer stellt solche Inhalte eigentlich guten Gewissens ins Internet?
Beispiel gefällig?
Die Sperrungen blocken den Zugriff auf bekannte Kinderpornoseiten – egal, wo auf der Welt die Anbieter der Inhalte sitzen. Seiten, die von Deutschland aus ins Netz gestellt werden, werden bereits blockiert.
Äh, warum schickt Ihr nicht Eure Bluthunde vom BKA da hin und tretet den Betreibern die Tür ein, anstatt ein Tuch des Schweigens über die Inhalte zu werfen? Löschen statt Sperren!
Aber geht noch weiter:
Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass täglich Zehntausende Zugriffe verhindert werden (zum Beispiel 15.000 - 18.000 in Norwegen). Übertragen auf Deutschland hieße das, dass 300 000 bis 450 000 Seitenaufrufe verhindert werden könnten.
Genau! 5.000 Zugriffe auf Wikileaks, 2.000 auf fefe, 20.000 auf Heise, 42.000 auf den CCC und 10.000 auf Netzpolitik. Toller Erfolg!
Sperrungen werden seit vielen Jahren mit Erfolg in Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland, den Niederlanden, Italien, der Schweiz, Neuseeland, Großbritannien, Südkorea, Kanada und Taiwan durchgeführt.
Wenn man als Erfolg zu Grunde legt, dass rechtlich unbedenkliche Seiten gesperrt, KiPo-Inhalte verschleiert und die Hintermänner offline weiterhin Material tauschen können…dann: Ja.
*barf*
Ich bin erst bei Artikel 2 von 15 angekommen und mag eigentlich nicht mehr weiterlesen. Mir wird tatsächlich schlecht von der Lektüre.
Twister hat übrigens bei Telepolis die einzelnen Aussagen argumentativ zerlegt. Gute Arbeit!